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Quo vadis, DaF? II

Betrachtungen zu Deutsch als Fremdsprache in den Ländern der Visegrád-Gruppe <br> Mit Beiträgen von Magdalena Białek, Silke Gester, Julia Haußmann, Erika Kegyes und Iveta Kontríková

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Edited By Silke Gester and Erika Kegyes

Dieses Buch ist eine aktuelle Studie zu Deutsch als Fremdsprache in den Ländern der Visegrád-Gruppe. Es behandelt die Stellung von DaF in den einzelnen Bildungsstufen von der Vorschule bis hin zur Universität und widmet sich zudem der Thematik des lebenslangen Lernens. Aufgrund von starken ökonomischen Verflechtungen zwischen den deutschsprachigen Ländern und Polen, Tschechien, Ungarn sowie der Slowakei befasst sich ein Kapitel speziell mit Fremdsprachen in der Wirtschaft. Für die Arbeit wurden zahlreiche europäische sowie nationale Dokumente und Studien ausgewertet, darüber hinaus sind die eigenen Forschungsergebnisse der Autorinnen in die Betrachtungen eingeflossen.
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2.3 Mittelschulbildung

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Die Angaben für Tschechien spiegeln nicht die Situation im gesamten Land wider, sondern sind deshalb zustande gekommen, da wir, wie bereits eingangs bemerkt, einen Teil der Erhebung an einer Grundschule mit Deutsch als erster Fremdsprache durchführten. Die Frage, in welcher Reihenfolge insbesondere Englisch und Deutsch gelernt werden sollten, wird seit Langem auch immer wieder kontrovers diskutiert, und wir sind auf diese Frage im Kapitel 2.2 näher eingegangen. An dieser Stelle sei noch einmal stellvertretend Prof. Krumm zitiert, der in einem Interview für das Goethe-Institut 2009 sagte:

„Bei DaF wünsche ich mir, dass sich die deutschsprachigen Institutionen nicht pauschal auf Deutsch als zweite Sprache nach Englisch zurückziehen. Es müsste sehr viel genauer ← 165 | 166 → regional und lokal untersucht werden, welche Argumente für welche Sprachenfolge sprechen.“162

Diese Frage wird auch in Ungarn in den letzten Jahren mit Interesse diskutiert. Vor nicht allzu langer Zeit erschien eine Richtlinie des Zentralen Bildungsamtes, die dahingehend argumentierte, dass Deutsch viel schwerer zu lernen sei als Englisch, weswegen man empfahl, Deutsch als erste Fremdsprache einzuführen und Englisch als zweite Fremdsprache anzubieten. Diese Empfehlung löste jedoch eine heftige Welle der Empörung bei den Eltern und in Fachkreisen aus, sodass sie wieder rückgängig gemacht wurde. Dass es in Ungarn und in der Slowakei dennoch einige Schüler gibt, die sich mit Deutsch als erster Fremdsprache beschäftigen, ist größtenteils auf die deutsche Minderheit in diesen Ländern zurückzuführen...

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