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Schreiben über Afrika: Koloniale Konstruktionen

Eine kritische Untersuchung ausgewählter zeitgenössischer Afrikaliteratur

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Roland Schmiedel

Seit den 1990er Jahren ist das Interesse am deutschsprachigen Afrika-Roman stetig gewachsen. Die germanistische literaturwissenschaftliche Forschung setzt sich daher zunehmend intensiv mit diesem Subgenre auseinander und reflektiert dabei den postkolonialen Diskurs. Die Studie zeigt – ohne sich dabei auf einen geographischen Raum zu beschränken – mittels einer kritischen Auseinandersetzung mit dem Roman Herz der Finsternis von Joseph Conrad, wie die Autoren Lukas Bärfuss, Hans Christoph Buch, Andrea Paluch, Robert Habeck und Ilija Trojanow in ihren Romanen postkoloniale Potentiale und Perspektiven ausprägen und dabei eigene kulturelle Denkmuster, Stereotype und Dichotomien reproduzieren, vorführen oder modifizieren.
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6. Andrea Paluch / Robert Habeck. Der Schrei der Hyänen

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Der Roman Der Schrei der Hyänen des Autorenpaares Andrea Paluch und Robert Habeck (2001) ist ein drei Generationen übergreifender Roman, der multiperspektivisch aus drei unterschiedlichen Zeitebenen einen Gesamtzusammenhang erschließt. Einerseits wird ein differenziertes Bild des kolonialen Deutsch-Südwestafrika vermittelt und andererseits werden postkolonial kritische Entwicklungen mittels der generationsübergreifend agierenden Figuren entworfen. In Etappen werden zugleich deutsche gesellschaftliche Veränderungen von der Kolonialzeit bis in die Gegenwart der 1990er Jahre gezeigt.

Windhoek, Deutsch-Südwestafrika 1899: Die junge Arabelle hat sich von der deutschen Kolonialgesellschaft als Haushälterin für das deutsche Schutzgebiet Südwest anwerben lassen und reist mit einem Schiff der Woermann-Linie von Hamburg nach Swakopmund in Deutsch-Südwestafrika. Sie hofft darauf, im deutschen Schutzgebiet einen Ehemann zu finden. Doch anstatt in dem erträumten romantisch exotischen Leben in der Fremde findet sie sich in einer rauen und allseits feindlichen Männerwelt wieder. Unmittelbar nach ihrer Ankunft heiratet Arabella den ehemaligen Schutztruppler Frank, der auf der Farm Crewo eine Heidschnuckenzucht betreibt. Nach 5 Jahren Ehe und während des Höhepunktes der Herero-Aufstände wird Frank bei einem Racheakt der aufständischen Herero ermordet und Arabella von deren Anführer Assa Riarua als Geisel verschleppt. Während sie das einfache Leben der Herero kennenlernt, entwickelt sich zwischen ihr und Assa Riarua ein Verhältnis. Nach zwei Monaten schickt Assa Riarua Arabella zurück nach Windhoek, doch schnell merkt Arabella, dass sie ein Kind von dem Herero erwartet. Um sich und das Kind zu schützen,...

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