Show Less
Restricted access

Reformmodelle in der Berufsorientierung

Das Beispiel der Patenschaft

Lothar Beinke

Die Berufsorientierung als Aufgabe für die Schule hat sich durchgesetzt. Trotz der sich häufenden Modelle bleiben die Erwartungen, die Ausbildungsabbrüche durch die verstärkten Aktivitäten zu reduzieren, unerfüllt. Zwar stehen neben neuen und erweiterten Diagnoseverfahren die Betriebspraktika noch immer als Erfolgsfaktoren im Mittelpunkt, um Berufsentscheidungen zu individualisieren. Doch als Informationssucher stehen die Jugendlichen in den Betrieben oft vor für sie schwer zu verarbeitenden Eindrücken, die die hochindustrialisierte Welt der modernen Produktionsstätten darstellen. Hier bietet das Modell der Patenschaften die entscheidende Hilfe zur Reduktion der Komplexität: Die Schüler werden von Auszubildenden im zweiten Ausbildungsjahr (Paten) betreut, die ihnen während der Praktikumswochen auch in der Berufsschule beratend und informierend zur Seite stehen. Die Paten werden somit Experten der betriebsorientierten Berufsorientierung.
Show Summary Details
Restricted access

Gymnasium Praktikanten und Paten

Extract

| 123 →

Gymnasium – Praktikanten und Paten

Da die Ergebnisse des Patenschaftsmodells als Experiment für die Einbringung im Gymnasium zu betrachten sind, werden z.T. die Aussagen ausführlich wiedergegeben, damit aus den Ergebnissen Schlüsse auf die Erweiterbarkeit des Modells gezogen werden können.

Auswertung der Pateninterviews aus dem Gymnasiumsteil

Übersicht über die Ergebnisse aus den Fragebogen der Gymnasiasten

Es war erwartet worden – das war auch die Überlegung zur Erweiterung des Patenmodells auf ein Gymnasium – dass es Unterschiede zwischen dem Verhalten und den Resonanzen der Realschüler einerseits und den Gymnasiasten andererseits geben würde. Allein die institutionell vorgegebene Hauptorientierung der Gymnasien, ihren Schülern die Studierfähigkeit zu vermitteln, macht eine solche Differenzierung plausibel. Das beeinflusst auch die Motivation in der 10. Klasse, sich in einem Praktikum die Berufswelt erschließen zu sollen, die den Erwartungen nicht entspricht. Daraus folgt jedoch nicht völlige Interesselosigkeit oder Ablehnung oder innere Abstinenz der Schüler. Die gefundenen Ergebnisse belegen diese hypothetische Annahme.

Realschüler haben überwiegend identisch darüber berichtet, dass sie sich über den Kontakt mit dem Paten anfangs Sorgen gemacht haben. Sie waren nervös und fürchteten, dieses Praktikum nicht zu schaffen. Von den Gymnasiasten/innen nannten nur 3 solche Befürchtungen, 8 gingen ohne Ängste in die Betriebe, 9 haben nach ihrer Auskunft die Teilnahme am Unterricht inhaltlich verstanden, d.h., die Gymnasiasten gingen mit größerem Selbstbewusstsein in die Praktika. Haben sie versucht, es den Auszubildenden zu...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.