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Symbolon

Gesellschaft für wissenschaftliche Symbolforschung e. V.

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Edited By Hermann Jung

Band 19 des Jahrbuchs SYMBOLON dokumentiert Vorträge aus unterschiedlichen Disziplinen, die bei den Jahrestagungen der Gesellschaft für wissenschaftliche Symbolforschung e. V. 2009–2011 in Ludwigshafen/Rhein und Frankfurt/Main gehalten wurden. Folgende Themenkreise werden behandelt: «Symbole von Trauer und Hoffnung» (Liebeslied als Heimatlied, Tibetisches Totenbuch, Jakobsweg, Jenseitssymbolik, kunsthistorische Phänomene, Das Wunder von Marxloh – ein Moschee-Werbefilm, Symbolbildung und Grenzsituation, Requiem), «Symbole und Zeichen domestizierter Natur I. Das Haus» (Raum und Musik, private Räume des Selbst, die Aura eines Ortes, Schreine der Götter, Weltgehäuse), «II. Sakralbau und Garten» (das Haus Gottes, das Wilde und das Gezähmte im Mittelalter, Boschs Garten der Lüste, literarische Figurationen des Gartensymbols, der phantastische Garten, die Moschee, die Gärten der Hexen und weisen Frauen), weiterhin ein Beitrag zur 40-jährigen Geschichte der Symbolgesellschaft.
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Werner Heinz Vom Taucher zum Anker. Jenseitssymbolik zwischen Antike und frühem Christentum

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Jenseitssymbolik zwischen Antike und frühem Christentum

Werner Heinz

Der Untertitel dieses Beitrags enthält zwei unterschiedliche Möglichkeiten der Darstellung: Man kann entweder den Weg der Sepulkralsymbolik von der Antike zum frühen Christentum nachzeichnen, oder man legt die Gewichtung auf die Frage des Symbols oder der Symbolik – die im gegebenen Zusammenhang sicher sinnvollere Variante. Gewiss wäre es reizvoll, den verschiedenen Bestattungsweisen und den damit verbundenen Kulten, also auch den unterschiedlichen Jenseitsvorstellungen und deren symbolhaften Äußerungen nachzugehen. Doch nicht überall teilen sich uns Symbole mit.

Eine kleine Übersicht soll in einem ersten Schritt anhand weniger gezielter Beispiele aus der griechisch-römischen Antike punktuelle Hinweise auf unterschiedliche Arten des Totenkultes geben. Vor einem solchen Hintergrund wird die sich allmählich entwickelnde Sprache der Symbole besser sichtbar werden.

In Griechenland setzte mit der ‚hochgeometrischen Zeit‘ um die Mitte des 8. Jahrhunderts v. Chr. eine bedeutsame Entwicklung ein: Man stellte sehr hohe bemalte Vasen auf die Gräber der Toten. Das sicherlich schönste Exemplar einer solchen Grabvase, die 1,60 Meter hohe Dipylon-Amphora1 vom Athener Friedhof Kerameikos, erzählt in einem Bildstreifen auf der Schulter von der Prothesis, also der Aufbahrung des Toten und seiner Beklagung. Wiederum andere Vasen stellen die Ekphora, das Herausbringen des Toten zur Grabstelle, in beiden Fällen also das Geschehen bei der Bestattung selber, dar. Ruft man sich nun noch das Loch im Boden dieser Dipylon-Amphora, durch das die gespendeten Flüssigkeiten bis ins Grab hinein...

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