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Symbolon

Gesellschaft für wissenschaftliche Symbolforschung e. V.

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Hermann Jung

Band 19 des Jahrbuchs SYMBOLON dokumentiert Vorträge aus unterschiedlichen Disziplinen, die bei den Jahrestagungen der Gesellschaft für wissenschaftliche Symbolforschung e. V. 2009–2011 in Ludwigshafen/Rhein und Frankfurt/Main gehalten wurden. Folgende Themenkreise werden behandelt: «Symbole von Trauer und Hoffnung» (Liebeslied als Heimatlied, Tibetisches Totenbuch, Jakobsweg, Jenseitssymbolik, kunsthistorische Phänomene, Das Wunder von Marxloh – ein Moschee-Werbefilm, Symbolbildung und Grenzsituation, Requiem), «Symbole und Zeichen domestizierter Natur I. Das Haus» (Raum und Musik, private Räume des Selbst, die Aura eines Ortes, Schreine der Götter, Weltgehäuse), «II. Sakralbau und Garten» (das Haus Gottes, das Wilde und das Gezähmte im Mittelalter, Boschs Garten der Lüste, literarische Figurationen des Gartensymbols, der phantastische Garten, die Moschee, die Gärten der Hexen und weisen Frauen), weiterhin ein Beitrag zur 40-jährigen Geschichte der Symbolgesellschaft.
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Walter Benjamins Begriff der Aura und die Aura eines Ortes - am Beispiel der Judengasse Frankfurt

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Robert Josef Kozljanič

Der Begriff der Aura ist rezeptionsgeschichtlich engstens mit seiner Thematisierung in der Schrift von Walter Benjamin über Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit verbunden.1 Blickt man von Benjamins Schrift aus zurück, so gelangt man zu Ludwig Klages bzw. zu dessen Begriff der „Bilder“, der Benjamins Aura-Begriff in gewisser Weise Pate stand.2 Blickt man von Benjamins Schrift aus nach vorne, so gelangt man zu weiterer Literatur,3 aus der ich zwei Beispiele – ein Buch von Gernot Böhme und einen Aufsatz seines Schülers Michael Hauskeller4 – herausgreife.

Ich werde im Folgenden zuerst den benjaminschen Aura-Begriff vorstellen, sodann die Explikationen und Modifizierungen behandeln, die dieser Begriff durch Gernot Böhme und Michael Hauskeller erfahren hat. Nach diesen begrifflichen Bestimmungen werde ich den Blick auf das lebensräumliche Phänomen der Aura – genauer der „Aura eines Ortes“ – lenken: zu den Erlebnissen und Erfahrungen, die einige Menschen mit den Ruinen der Judengasse in Frankfurt hatten. Und abschließend werde ich versuchen, das Phänomen der Aura eines Ortes begrifflich schärfer und differenzierter zu fassen als bisher und zugleich die Symbolfunktion solcher Orte ins rechte Licht zu rücken.

← 193 | 194 → 1. Der Begriff der Aura bei Benjamin

Benjamin definiert die Aura natürlicher Gegenstände „als einmalige Erscheinung einer Ferne, so nah sie sein mag.“ Zur Verdeutlichung seines Aura-Begriffes verweist Benjamin auf eine kontemplative Erfahrung. „An einem Sommernachmittag ruhend einem Gebirgszug am Horizont oder einem Zweig folgen, der seinen Schatten...

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