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Verändern Gender Studies die Gesellschaft?

Zum transformativen Potential eines interdisziplinären Diskurses

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Edited By Franz Gmainer-Pranzl, Ingrid Schmutzhart and Anna Steinpatz

Gender Studies haben sich in den vergangenen Jahrzehnten als kulturwissenschaftlicher, interdisziplinärer und gesellschaftskritischer Diskurs etabliert. Sie analysieren die soziale und kulturelle Konstruktion von Geschlecht, kritisieren etablierte (meist unsichtbare) Machtstrukturen, die Diskriminierung und Ausschließungen produzieren, und beleuchten die Intersektionalität der Dimension Gender mit ethnischen, sozialen, politischen, ökonomischen und religiösen Lebensbereichen. Trotz hoher theoretischer Standards und eines differenzierten Problembewusstseins stellen sich den Gender Studies allerdings durch eingefahrene gesellschaftliche Spielregeln, ökonomische Vorgaben und diskursive Identitätskonstruktionen wirkmächtige Widerstände entgegen. Lassen sich kulturelle Logiken, die repressive und exkludierende Strukturen als natürlich ausgeben, überwinden? Verändern also Gender Studies die Gesellschaft? Eine interdisziplinäre Tagung an der Universität Salzburg setzte sich im November 2013 mit dieser Frage auseinander und zeigte aus der Perspektive unterschiedlicher Wissenschaften das gesellschaftsverändernde Potential der Gender Studies auf.
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Gender Studies und Kontextuelle Theologie. Neue Möglichkeiten gesellschaftlichen Wandels in Nigeria am Beispiel von Ifendu for women’s Development

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1. Einleitung

Lassen Sie mich mit einigen autobiographischen Anmerkungen beginnen. Nach acht Jahren der Lehre im Fach „Kontextuelle Theologie“ an einer theologischen Fakultät versuche ich derzeit als Senior Lecturer an der University of Nigeria in Nsukka, genderspezifische Analysen und Betrachtungsweisen in den Großteil meiner Forschung und Lehre zu integrieren. Vor dem Hintergrund verschiedener interkultureller Missionseinsätze sowie verschiedener pastoraler bzw. universitärer Engagements in verschiedenen nationalen sowie internationalen Settings (Sierra Leone, Irland, UK, USA und Teilen von Nigeria) sowie als ehemalige Beraterin von Catholic Women’s Organization (CWO) in der Erzdiözese Kaduna für sieben Jahre, gilt mein besonderes Engagement Frauen und Mädchen sämtlicher Altersgruppen. Die Gründe hierfür werden später deutlich werden. Diesbezüglich stimme ich mit Chinua Achebes Aussage überein, dass ein Schriftsteller stets zu den Benachteiligten halten solle. Diese Fakten motivierten mich zu meinen weiteren Studien in Theologie und beeinflussten auch den Schwerpunkt meiner Forschung im Bereich „Frauen, Religion und Kultur“ resultierend in der Dissertation „Overcoming Women’s Subordination“. Die große Resonanz auf diese Veröffentlichung führte mich, zusammen mit anderen Faktoren, zur Gründung von Ifendu for Women’s Development (IFENDU). Ziel dieser Nichtregierungsorganisation ist es, durch Veröffentlichungen, Fortbildungen und Anwaltschaft das Genderbewusstsein in Gemeinschaften und Organisationen zu befördern und Nützliches zu bewirken.

Mit der vorliegenden Arbeit, vom Charakter her eher Bericht und Betrachtung, zeige ich, wie Gender Studies neue Möglichkeiten des Wandels in jeglichen Gesellschaften ermöglichen können,...

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