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Virtuelle Bioethik

Ein reales Problem?

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Edited By Lukas Ohly

Bioethische Probleme sind keine realen Probleme, sondern in Phantasien verstrickt. Diese Phantasien richten sich auf Allwissenheit im Informationszeitalter, Sehnsucht nach Unsterblichkeit, Schöpfung humanoider Maschinen oder Erschaffung des Lebens. Virtualität beansprucht dabei einen dritten Bereich zwischen Realität und Fiktion. Sind die Auswirkungen bioethischer Probleme damit real oder virtuell? Werden etwa reale Patienten behandelt und reale Subjekte biotechnisch erzeugt oder nur virtuelle? Und liegen etwa auch ethische Prinzipien selbst auf einer dritten Ebene zwischen Realität und Fiktion? Der Band enthält interdisziplinäre Beiträge zu diesen Fragen und möchte auf einen blinden Fleck innerhalb der bioethischen Diskussion aufmerksam machen.
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Epilog: Skizzen einer Virtuellen Bioethik

Die metaethische Dimension

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EpilogSkizzen einer Virtuellen Bioethik

In diesem Epilog sollen die Beiträge des Bandes daraufhin überprüft werden, ob sich in ihnen eine gemeinsame Linie abzeichnet, die künftig in der Bioethik zu beachten ist. Zwar haben alle Beiträge unterschiedliche bioethische Probleme ins Visier genommen. Zudem ist es fraglich, ob eine erste heuristische Annäherung zum Verhältnis von Bioethik und Virtualität bereits zu einer kohärenten Einschätzung des untersuchten Phänomenbereichs führen kann. Dafür ist allein die Anzahl der Beiträge nicht ausreichend. Um aber den heuristischen Einschlag dieses Bandes abzuschließen, möchte ich versuchen, die Umrisse zu skizzieren, die zu einer virtuellen Bioethik zu gehören scheinen. Dafür werde ich die vorliegenden Aufsätze nach einer gemeinsamen Linie absuchen und dabei nicht nur rekonstruktiv, sondern auch konstruktiv vorgehen.

Zu einer Skizze einer Virtuellen Ethik gehören nicht nur normativ-ethische Grundlagen, sondern auch deren metaethische Dimension: Was bedeutet es also, wie die Bioethik auf Probleme eingeht und welche Phänomene sie dabei in Blick nimmt? Welches Wirklichkeitsverständnis tritt dabei zutage? Die Beiträge dieses Buchs haben in unterschiedlicher Weise und an verschiedenen Themen aufgezeigt, welchen Einfluss die Virtualisierung auf bioethische Probleme ausübt. Zur metaethischen Dimension gehört auch die Frage, ob virtuelle Probleme überhaupt „echte“ ethische Probleme sind, wie sich also Virtuelle Realität auf das „Bio-“ bezieht. Dagegen tritt auf normativ-ethischer Ebene die Frage auf, ob nicht virtuelle Probleme die eigentliche ethische Geltung verdienen und wie...

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