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Filmsynchronisation in Deutschland bis 1955

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Gerd Naumann

Diese Studie widmet sich der Geschichte der deutschen Filmsynchronisation zwischen 1895 und der Mitte der 1950er Jahre. Der Autor zeigt historisch gewachsene Traditionslinien auf und ordnet diese in gesellschaftlich-politisch-ökonomische Prozesse ein. Dabei geht er der Fragestellung nach, ob es in der Geschichte der deutschen Filmsynchronisation konnektive Strukturen gibt, mit denen sich durch wiederholende Handlungslinien wiedererkennbare Muster nachweisen lassen. Das Buch ergänzt bekanntere Aspekte der Filmgeschichte durch bisher nicht ausgewertete Materialien. So entsteht ein facettenreiches Bild der Geschichte des Synchronisierens von Kinofilmen, das gleichermaßen den Wandel medienpolitischer Interessen im historischen Kontext erzählt. Darüber hinaus ermöglicht der in der Praxis des Synchronisierens erfahrene Autor einen Einblick in die Studioarbeit wie auch ein Verständnis der Produktionsprozesse und stellt einige der Sprecher vor.
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5. Der Weg zum Tonfilm

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Bereits in der Frühgeschichte des Films wurden erste Ton-Bild-Experimente durchgeführt, für die auf mechanisch gesteuerte Tonapparaturen zurückgegriffen wurde. Zu nennen ist hier unter anderem der amerikanische Erfinder Thomas Alva Edison, der 1877 mit dem Phonographen eine Apparatur vorstellte367, mit der „Schallschwingungen durch einen mit einer Membran verbundenen Stichel auf eine weiche, als Schallträger dienende Schicht“368 aufgezeichnet werden konnten. Der deutsch-amerikanische Erfinder Emil Berliner wiederum meldete 1887 mit dem Grammophon eine Weiterentwicklung von Edisons Phonographen zum Patent an. Verwendete dieser Walzen, so nutzte Berliner eine runde Platte369, die vergleichsweise einfach herzustellen war. Die Möglichkeit der seriellen Fertigung stellte hier einen produktionstechnischen Vorteil dar, so bestand bei der Verwendung des Phonographen die Notwendigkeit, jede Tonaufnahme einzeln herzustellen.370 Das Grammophon diente im Gegensatz zum Phonographen lediglich der Tonwiedergabe und nicht der Tonaufzeichnung371, war diesbezüglich allerdings technisch ausgereifter als Edisons Konstruktion.372

Der zeitlich übereinstimmende Ablauf von Bild und Ton stellte für Edison einen Anreiz zur Auseinandersetzung mit bewegten Bildern dar: „In the year 1887 the idea occurred to me that it was possible to devise an instrument which should do for the eye what the phonograph does for the ear, and that by a combination of the two all motion and sound could be recorded and reproduced simultaneously.“373 In New Jersey führte die Edison Manufacturing Company374 entsprechende Experimente zur „Kombination von bewegtem Bild und Ton, die in einem Schaukasten betrachtet werden konnten“375 durch. Unter der Leitung ← 81 | 82...

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