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Prüfung kreditwirtschaftlicher Zinsänderungsrisiken

Kriterien für einen hypothesengestützten Prüfungsansatz

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Daniel Mantzel

Die Dynamik in der Entwicklung des Risikomanagements von Kreditinstituten ist nicht zuletzt vor dem Hintergrund der gestiegenen Anforderungen der Bankenaufsicht unverändert hoch. Mit der im Kreditwesengesetz verankerten Prüfungspflicht für den Jahresabschlussprüfer der jeweiligen Institute ist die Beurteilung der Angemessenheit und Wirksamkeit des Risikomanagements für den Berufsstand der Wirtschaftsprüfer eine besondere Herausforderung. Diese erfordert einen flexiblen, theoretisch fundierten Prüfungsansatz sowie geeignete Kriterien. In dieser Arbeit werden mit Fokus auf die Zinsänderungsrisiken im Anlagebuch umfassende Kriterien für einen hypothesengestützten heuristischen Prüfungsansatz abgeleitet, die die aufsichtlichen Anforderungen konkretisieren und zudem die Aspekte des kreditwirtschaftlichen Risikomanagements, insbesondere des Risikomanagementregelkreislaufs, angemessen einbeziehen.
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1. Einleitung

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„Statt den [sic!] nun von der Politik diskutierten, höheren und komplizierteren Eigenkapitalnormen können allenfalls die Prüfungen des Risikomanagements im Rahmen der qualitativen Aufsicht der Dynamik der Märkte halbwegs standhalten. Gerade dort aber, wo nicht alles mit dem Zollstock nachgemessen werden kann und dementsprechend die behördlichen Bewertungsspielräume besonders hoch sind, wird die Bewahrung gleicher Wettbewerbsbedingungen … zu einer Gratwanderung.“1 Die steigende Komplexität von Finanzprodukten und die Dynamik der Finanzmärkte führen zu einem Hinterherhinken der Entwicklung der Vorgaben der Bankenaufsicht und erfordert, wie von Paul geäußert, eine deutlich flexiblere Aufsicht.2 So ist die Forderung nach einer solchen flexiblen Ausgestaltung der Aufsicht statt immer detaillierter aufsichtlicher Normen auch ein Ausdruck der hohen Innovationsrate im Finanzsektor.

Beispielhaft für diese Entwicklung stehen die Erfahrungen aus der sogenannten Subprimekrise vor allem der Jahre 2007 bis 2009, die in Form von Liquiditätsengpässen im Interbankenmarkt sowie deutlichen Verlusten bei Verbriefungsprodukten,3 auch für deutsche Kreditinstitute,4 nachhaltig spürbare Auswirkungen hatte und staatliche Stützungsmaßnahmen einzelner Institute5 erforderlich machte. Ein ← 1 | 2 → Ergebnis der Fehleranalyse der Subprimekrise ist unter anderem, dass das Risikomanagement vieler Institute nicht in der Lage war, das Ausmaß der potentiellen Gefahren aus den vorhandenen, aber intransparenten Konzentrationen, einschließlich intransparenter Vertragsverhältnisse, abzuschätzen.6

Gerade die Erkenntnis, dass einheitliche gesetzliche Regelungen nicht alle Aspekte der Risiken und des Risikomanagements der Kreditinstitute abzudecken vermögen, ist die wesentliche Triebkraft zur Ergänzung der Säule...

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