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Prüfung kreditwirtschaftlicher Zinsänderungsrisiken

Kriterien für einen hypothesengestützten Prüfungsansatz

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Daniel Mantzel

Die Dynamik in der Entwicklung des Risikomanagements von Kreditinstituten ist nicht zuletzt vor dem Hintergrund der gestiegenen Anforderungen der Bankenaufsicht unverändert hoch. Mit der im Kreditwesengesetz verankerten Prüfungspflicht für den Jahresabschlussprüfer der jeweiligen Institute ist die Beurteilung der Angemessenheit und Wirksamkeit des Risikomanagements für den Berufsstand der Wirtschaftsprüfer eine besondere Herausforderung. Diese erfordert einen flexiblen, theoretisch fundierten Prüfungsansatz sowie geeignete Kriterien. In dieser Arbeit werden mit Fokus auf die Zinsänderungsrisiken im Anlagebuch umfassende Kriterien für einen hypothesengestützten heuristischen Prüfungsansatz abgeleitet, die die aufsichtlichen Anforderungen konkretisieren und zudem die Aspekte des kreditwirtschaftlichen Risikomanagements, insbesondere des Risikomanagementregelkreislaufs, angemessen einbeziehen.
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3. Grundlagen der Prüfungslehre und berufsständische Vorgaben

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Die Einordnung der Prüfungslehre1044 als Teildisziplin in die allgemeine oder spezielle Betriebswirtschaftslehre ist durchaus umstritten, da das Erkenntnisobjekt der Prüfungslehre in der Literatur unterschiedlich abgegrenzt wird.1045 So befasst sich die Prüfungslehre zum einen mit dem Träger der Prüfung und deren Problemstellungen als separater Wirtschaftszweig (institutionelles Erkenntnisobjekt)1046 sowie zum anderen mit dem Prüfungsprozess und dessen Ausgestaltung bei prüfungspflichtigen Unternehmen (funktionales Erkenntnisobjekt).1047 Das funktionale Erkenntnisobjekt und damit die Zuordnung zur allgemeinen Betriebswirtschaftslehre1048 bilden die Grundlage des im Folgenden zu entwickelnden Prüfungsansatzes.

Zum bisherigen Forschungsstand der Prüfungslehre im deutschsprachigem Raum1049 kritisiert Richter1050 unter anderem, dass sich die Forschung im ← 163 | 164 → Gegensatz zur Entwicklung in den USA bislang vor allem mit Randbereichen befasst hat. So fehlt insbesondere eine intensive Auseinandersetzung mit der Prüfungserfahrung im Hinblick auf die Kernprozesse der Informationsbeschaffung und der Urteilsbildung.1051 Herauszuheben ist der Vorschlag, den Prüfungsprozess als wissenschaftlichen Untersuchungsprozess zu betrachten. Ferner werden die hierzu nicht zwingend konkurrierenden Betrachtungen als Problembehandlungs-, Interaktions- und Konfliktbehandlungsprozess vorgeschlagen.1052 Insgesamt tritt Richter für eine verstärkte Zusammenarbeit zwischen Prüfungspraxis und der wissenschaftlichen Gemeinschaft ein, um zielgerichtet Lösungen für Prüfungsprobleme zu erarbeiten sowie die Ressourcen der Forschung und Lehre bestmöglich zu nutzen.1053

Seit den sechziger Jahren des vorangegangenen Jahrhunderts fand eine weitergehende Auseinandersetzung mit den Grundlagen einer Theorie der Prüfung insbesondere im angloamerikanischen Raum statt.1054 Im Ergebnis der ersten Erklärungsversuche standen acht Postulate,1055 von denen anzunehmen ist, dass diese...

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