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Prädiktoren von Aggression

Eine Untersuchung der Faktoren Wahrnehmung und Regulation von Emotionen, Ambiguitätstoleranz, Selbstwertschätzung und Selbstwertdiskrepanz bei Patienten aus der Forensischen und der Allgemeinen Psychiatrie

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Christian Fischer

Aggression ist ein Phänomen, mit dem sich bereits zahlreiche Disziplinen der Psychologie beschäftigt haben. Auch wenn in der aktuellen Berichterstattung der Medien der Eindruck entstehen mag, dass aggressives Verhalten ein Merkmal der aktuellen Gesellschaft ist und fortwährend zunimmt, so nimmt Aggression keine Sonderrolle im menschlichen Verhaltensspektrum ein. Ebenso wenig handelt es sich um ein Phänomen der aktuellen Zeit. Dennoch stellt sich die Frage, warum einige Personen vermehrt zur Aggression neigen. Nach einer Übersicht zu psychologischen Theorien zur Erklärung von Aggression und Methoden zur Aggressionsmessung, wird mit den Ergebnissen einer Untersuchung bei Patienten aus der Forensischen und der Allgemeinen Psychiatrie das komplexe Zusammenspiel einzelner Persönlichkeitsmerkmale wie Selbstwertschätzung, Impulsivität, Ambiguitätstoleranz sowie der Faktoren Wahrnehmung und Regulation von Emotionen aufgezeigt. Neben dieser wechselseitigen Beeinflussung der einzelnen Prädiktoren, die von der oftmals trivialen Betrachtung von 1:1-Beziehungen einzelner Prädiktoren von Aggression abrät, ergaben sich weitere Ergebnisse. Diese gehen teilweise über die gängige Literatur hinaus und geben sowohl Anstöße für weitere Untersuchungen von Aggression als auch für die Praxis bei Diagnostik und Therapie (z. B. die Unterscheidung zwischen funktionaler und dysfunktionaler Impulsivität, Einfluss der Ambiguitätstoleranz).
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7 Methode

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7.1 Versuchspersonen

Die Untersuchungsgruppe wurde von Personen gebildet, die sich zum Zeitpunkt der Untersuchung zur psychotherapeutischen Behandlung in einer Forensischen Psychiatrie (= Maßregelvollzug) befanden. Da es sich bei den im Maßregelvollzug untergebrachten Personen grundsätzlich um erkrankte Menschen handelt, hat die Bezeichnung der betroffenen Personen ausschließlich als Patienten zu erfolgen (Geißler, 1999).

Die Unterbringung der Patienten erfolgte auf richterliche Weisung, zum einen Teil auf Grund einer Verurteilung wegen Straftaten im Zuge der Beschaffungskriminalität und/oder Gewaltstraftaten im Zusammenhang mit einer Substanzabhängigkeit (Unterbringung in einer Entziehungsanstalt gemäß § 64 StGB). Bei anderen Patienten erfolgte die Verurteilung wegen begangener Straftaten im Zustand der Schuldunfähigkeit (§ 20 StGB) oder der verminderten Schuldfähigkeit (§ 21 StGB), in deren Folge die Unterbringung in einem Psychiatrischen Krankenhaus gemäß § 63 StGB angeordnet wurde. Bei allen Patienten, die gemäß § 64 StGB untergebracht waren, lag zum Zeitpunkt der Verurteilung eine Substanzabhängigkeit vor (Alkohol, Drogen oder Mischkonsum). Da auch bei einem Großteil der an der Untersuchung teilnehmenden Patienten aus dem Maßregelvollzug gemäß § 63 StGB eine Substanzabhängigkeit oder ein Substanzmissbrauch vorlag (meist als Nebendiagnose), war eine ausreichende Homogenität der Untersuchungsgruppe gegeben.

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