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Wissenschaftliche Positionen zum Staatskirchenrecht der frühen Bundesrepublik Deutschland (1949-1969)

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Fabio Borggreve

Gegenstand des vorliegenden Buches ist die Diskussion um das Staatskirchenrecht in der frühen Bundesrepublik Deutschland in den Jahren 1949 bis 1969. Grundsätzlich musste nach der Inkorporation der Weimarer Kirchenrechtsartikel durch Art. 140 GG die Frage geklärt werden, wie das Verhältnis zwischen Staat und Kirche im neuen grundgesetzlichen Kontext zu sehen war. Der Autor Fabio Borggreve vollzieht zentrale wissenschaftliche Positionen dieser Zeit nach und setzt sich mit den Argumentationslinien und Denkschulen jener Jahre auseinander. Die hierbei gewonnenen Erkenntnisse werden abschließend zusammengefasst und im Zusammenhang der allgemeinen Entwicklung des Staatskirchenrechts betrachtet.
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2. Teil: Der Zeitraum der Koordinationslehre (1956–1956)

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2. Teil: Der Zeitraum der Koordinationslehre (1956–1962)

Der Bedeutungswandel der inkorporierten staatskirchenrechtlichen Artikel der Weimarer Reichsverfassung durch Art. 140 GG war, wie die anhand der bereits analysierten Autoren dargestellte Debatte zeigt, nunmehr Konsens im Schrifttum geworden.938 Eine konkretisierte Begriffsbestimmung des neuen Staat-Kirche-Verhältnisses stand zu diesem Zeitpunkt noch aus, weil sich die genannten Autoren diesbezüglich, bis auf H. Peters939, weitgehend im Allgemeinen hielten.940 Die Begriffsbestimmung lieferte K. Hesse, indem er das Verhältnis von Staat und Kirche in einem koordinationsrechtlichen Sinne interpretierte.941 Des Weiteren lieferte er als erster Autor eine methodisch ausgearbeitete Erklärung des Bedeutungswandels der inkorporierten Weimarer Kirchenrechtsartikel.942 Gegen diese Sicht und ihre rechtlichen Konsequenzen formulierte erstmals H. Krüger Widerspruch, der zu einer Kontroverse zwischen den beiden führte.943

K. Hesse machte seine richtungsweisenden Ausführungen zum Staat-Kirche-Verhältnis in seiner Göttinger Habilitationsschrift „Der Rechtsschutz durch staatliche Gerichte im kirchlichen Bereich“. Besonders spezifisch wird er in dem Kapitel über den „Inhalt und die Bedeutung des Art. 137 WRV in der ← 111 | 112 → Gegenwart“ 944, welches deshalb von H. Quaritsch/H. Weber in ihren Sammelband aufgenommen wurde.945

Als Sohn eines Universitätsprofessors für Ökonomie wurde K. Hesse946 am 29. Januar 1919 in Königsberg (ehemals Preußen) geboren und wuchs in Breslau auf.947 Nach dem Ableisten des Kriegsdienstes, während dessen er verwundet wurde, absolvierte er das Studium der Rechts- und Staatswissenschaften an der Universität Göttingen.948 Sein Lehrer während dieser Zeit war unter anderem R. Smend,...

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