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Wissenschaftliche Positionen zum Staatskirchenrecht der frühen Bundesrepublik Deutschland (1949-1969)

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Fabio Borggreve

Gegenstand des vorliegenden Buches ist die Diskussion um das Staatskirchenrecht in der frühen Bundesrepublik Deutschland in den Jahren 1949 bis 1969. Grundsätzlich musste nach der Inkorporation der Weimarer Kirchenrechtsartikel durch Art. 140 GG die Frage geklärt werden, wie das Verhältnis zwischen Staat und Kirche im neuen grundgesetzlichen Kontext zu sehen war. Der Autor Fabio Borggreve vollzieht zentrale wissenschaftliche Positionen dieser Zeit nach und setzt sich mit den Argumentationslinien und Denkschulen jener Jahre auseinander. Die hierbei gewonnenen Erkenntnisse werden abschließend zusammengefasst und im Zusammenhang der allgemeinen Entwicklung des Staatskirchenrechts betrachtet.
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Einleitung

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Wer das staatskirchenrechtliche System des Grundgesetzes zu begreifen versucht, kommt nicht umhin, sich auch mit den Grundlagen seiner Entstehungsgeschichte auseinanderzusetzen.1

Die Inkorporation der Weimarer Kirchenrechtsartikel (Artikel 136, 137, 138, 139 und 141 WRV) durch Art. 140 GG zog in den ersten zwei Jahrzehnten nach der Verabschiedung des Grundgesetzes eine Grundlagendiskussion um das Staatskirchenrecht der Bundesrepublik Deutschland nach sich, die in besonderer Art und Weise die Theorie und Praxis dieses Faches in den ersten zwei Jahrzehnten nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges bestimmte.2 Im Kern drehte es sich u.a. um die Frage, wie das Verhältnis zwischen Staat und Kirche im neuen grundgesetzlichen Kontext zu sehen war, denn die Weimarer Kirchenrechtsartikel entstammten einem anderen verfassungsrechtlichen und historischen Kontext.3 Es war eine Prinzipiendiskussion, die die Fragestellung des Verhältnisses von Kirche und Staat in ihrer Tiefe in den Mittelpunkt rückte.4 Die zudem diskutierten Fragen der Souveränität des Staates gegenüber den Kirchen und der pluralistischen Struktur der Verfassung verliehen der Debatte eine staatsrechtliche Tragweite.5

Was die Darstellung und Analyse dieser Debatte anbelangt, wird hierzu in der staatskirchenrechtlichen Literatur oft nur eine ausschnittsweise bzw. epochenhafte Darstellung geliefert.6 Was die Details hierzu betrifft, wird fast immer auf ← 1 | 2 → das wohl bekannteste Sammelwerk zu dieser Diskussion, „Staat und Kirchen in der Bundesrepublik“ von H. Quaritsch/H. Weber, verwiesen.7 In diesem Sammelband wurde versucht, mit der Auswahl der Autoren und ihrer Werke einen Überblick über die unterschiedlichen sachlichen und methodischen Konzeptionen der damaligen Diskussion zu geben, wobei...

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