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Visionen und Illusionen

Beiträge zur 11. Arbeitstagung schwedischer Germanistinnen und Germanisten «Text im Kontext» in Göteborg am 4./5. April 2014

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Edited By Magnus P. Ängsal and Frank Thomas Grub

Unter dem Rahmenthema Visionen und Illusionen fand am 4./5. April 2014 an der Universität Göteborg die 11. Arbeitstagung schwedischer Germanistinnen und Germanisten Text im Kontext statt. Der vorliegende Band versammelt ausgewählte Beiträge, die in ihrer Vielfalt zugleich einen Eindruck der Forschungsansätze und -projekte der Germanistik in Schweden vermitteln. Das Spektrum der Beiträge reicht von der Untersuchung frühneuzeitlicher Kochbücher zur Analyse des RAF-Manifests Die Rote Armee aufbauen; von der Betrachtung der Sprachbiographie einer Spätaussiedlerin zu literaturwissenschaftlichen Textanalysen bzw. Interpretationen jüngerer Dramen von Christoph Hein, Simon Urbans Roman Plan D und Pilgerinnenberichten über den Jakobsweg. Eine Analyse des Neologismus’ «Sternenkind» und vergleichende Grammatikstudien runden den Band ab. Die Begriffe Visionen und Illusionen ermöglichen Brückenschläge zwischen Literaturwissenschaft und Sprachwissenschaft und erscheinen nicht zuletzt aufgrund ihrer gesellschaftlichen Dimension prädestiniert für die Öffnung hin zu kulturwissenschaftlichen Fragestellungen.
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Von der Fehlgeburt zum Sternenkind. Ein Neologismus und seine kulturelle Bedeutung

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1 Vorbemerkungen

In Deutschland endet etwa jede dritte Schwangerschaft mit dem (zumeist frühzeitigen) Verlust des Kindes (Kersting 2015, S. 161). Trotz der Häufigkeit dieser oftmals traumatisierenden Erfahrung können Fehlgeburt, Totgeburt sowie prä- und perinataler Kindsverlust als eines der letzten Tabus in der postmodernen Gesellschaft angesehen werden (vgl. Müller 2012, Stukenbrock 2013). Bisherige Forschungen haben gezeigt, dass die Trauer um verstorbene früh- oder totgeborene Kinder nach Verlassen des Krankenhauses vielfach als ungerechtfertigt verurteilt wird und die Betroffenen bei ihren Mitmenschen auf weitgehendes Unverständnis stoßen. Das daraus resultierende Verschweigen des Ereignisses ist insofern problematisch, als dass sich die Bewältigung von Trauer im Rahmen von Sinnerzeugung durch Sprachgebrauch vollzieht (Malacrida 1998, Neuman u.a. 2006).

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