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Südslawen und die deutschsprachige Kultur

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Anetta Buras-Marciniak and Marcin Golaszewski

Thema des Buches ist die gegenseitige Beeinflussung der deutschsprachigen und der südslawischen Kultur, ausgelöst durch die Migrationswelle der Südslawen in die deutschsprachigen Länder infolge des Krieges im ehemaligen Jugoslawien. Die Idee einer friedlichen Koexistenz mehrerer Nationalitäten in einem Staat sowie der Multikulturalitätsgedanke wurden durch den Krieg in Frage gestellt. Die daraufhin einsetzende Migrationswelle hat auch die Gesellschaftsstruktur der deutschsprachigen Länder gravierend beeinflusst. Im Buch wird einerseits das Kulturbild der Südslawen, das in Literatur und Kultur des deutschsprachigen Raums dokumentiert wird, andererseits das deutsche Kulturbild in der Literatur der Südslawen im 20. und 21. Jahrhundert eingehend untersucht.
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Vorwort

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Die Struktur der gegenwärtigen Welt unterliegt einer diametralen Metamorphose. Die Migrantenströme des vergangenen Jahrhunderts veränderten nicht nur Aussehen und Charakter zahlreicher europäischer Länder, sondern sie beeinflussten auch die europäische Kultur in bedeutendem Umfang. Die Zuwanderung von Südslawen in die deutschsprachigen Länder war im 20. und 21. Jahrhundert sowohl von ökonomischen wie politischen Faktoren bestimmt. Am folgenreichsten waren in diesem Zusammenhang zweifellos die Jugoslawienkriege am Ende des 20. Jahrhunderts. Der Zusammenbruch der sozialistischen Regime war gleichzeitig das Ende von deren Multikulturalitätsidee auf dem Balkan, die grausame „ethnische Säuberungen“ mündete. Die darauf folgende Gründung bzw. Wiedergründung neuer Staaten trug zur verstärkten Migration von Südslawen nach Deutschland, Österreich und in die Schweiz bei. Diese beeinflussen direkt oder indirekt die soziale, politische, ethnische und kulturelle Struktur der deutschsprachigen Länder. In Deutschland lebt nach offiziellen Statistiken mittlerweile 0,8% der Gesamtbevölkerung des ehemaligen Jugoslawien. In der Schweiz sind Serbisch und Kroatisch nach den Amtssprachen die meistverwendeten Sprachen und in Österreich stellen die Südslawen 3% der Bevölkerung. Besonders in Österreich sind Slawen nicht nur gegenwärtige Immigranten, sondern auch Nachfahren der Bürger des Kaiserreiches, die im Rahmen ihrer Familien auch die ‚Habsburgische‘ Tradition pflegen, sichtbar übrigens auch in den Staaten, auf dem Gebiet der ehemaligen Monarchie, so auch in Tschechen, in der Slowakei wie auch in Südpolen und in der Ukraine.

Leitthema des Sammelbandes ist der gegenseitige Einfluss südslawischer und deutschsprachiger L...

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