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Südslawen und die deutschsprachige Kultur

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Anetta Buras-Marciniak and Marcin Golaszewski

Thema des Buches ist die gegenseitige Beeinflussung der deutschsprachigen und der südslawischen Kultur, ausgelöst durch die Migrationswelle der Südslawen in die deutschsprachigen Länder infolge des Krieges im ehemaligen Jugoslawien. Die Idee einer friedlichen Koexistenz mehrerer Nationalitäten in einem Staat sowie der Multikulturalitätsgedanke wurden durch den Krieg in Frage gestellt. Die daraufhin einsetzende Migrationswelle hat auch die Gesellschaftsstruktur der deutschsprachigen Länder gravierend beeinflusst. Im Buch wird einerseits das Kulturbild der Südslawen, das in Literatur und Kultur des deutschsprachigen Raums dokumentiert wird, andererseits das deutsche Kulturbild in der Literatur der Südslawen im 20. und 21. Jahrhundert eingehend untersucht.
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Dafna Pechvogel, Kaspar Hauser und Albrecht Dürer – Akzente der deutschen Kultur in den Geschichten von Alma Lazarevska

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← 26 | 27 → Agata Jawoszek

Universität Poznań

Alma Lazarevska ist eine Schriftstellerin aus Bosnien-Herzegowina, die sowohl in ihrem eigenen Land als auch im Ausland geschätzt wird. Eine ihrer Erzählungen ist in die Anthologie der bosniakischen Erzählungen des 20. Jahrhunderts1 aufgenommen worden. Der Roman Im Zeichen der Rose2 wurde von Enver Kazaz bemerkt, der ihn als einen der wichtigsten bosniakischen Romane des letzten Jahrhunderts3 anerkannt hat. Ihre Essays und Erzählungen wurden mit großem Erfolg ins Englische, Französische und Polnische übersetzt.4 Lazarevska gehört zur Generation von Schriftstellern, die künstlerisch am Vorabend eines blutigen Bürgerkrieges reiften, der den Zerfall des multinationalen und multikulturellen Jugoslawien eingeleitet hat. Die Belagerung und die sukzessive ‚Tötung‘ von Sarajevo und seiner Bewohner von der serbisch-montenegrinischen Armee und den paramilitärischen Kräften wurden für die Autorinnen und Autoren aus Sarajevo (Ferida Duraković, Abdullah Sidran, Marko Vešović, Dževad Karahasan, Nenad Veličković, Semezdin Mehmedinović, Mirsad Sijaric u. a.) zu einer Erfahrung, die ihre schriftstellerische Tätigkeit gekennzeichnet und neu definiert hat. Sie standen vor einem Dilemma, was und wie man schreibt, als auf die Stadt, die als Symbol der Koexistenz von drei Religionen und drei Kulturen galt, auf „Klein-Jerusalem des Balkans“, „Jugoslawien in einer geballten Form“, „Kreuzung zwischen Welten und Kulturen“, „Brücke zwischen Ost und West“5 die ← 27 | 28 → Handgranaten aus Bruderhand fielen? Wie sollte man sich für die Menschlichkeit und die grundlegenden ethischen Werte einsetzen, die Opfer verteidigen,...

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