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Zur Aktualität klassischer Orgelschulen

Evaluation – Akzeptanz – Ausblick

Diana Rieger

Zeitgemäße Vermittlung und Qualitätssteigerung des Orgelspiels ist seit Jahrhunderten ein zentrales Anliegen von Organisten. Dies spiegelt sich auch in den Orgelschulen wider. Diese Untersuchung betrachtet schwerpunktmäßig repräsentative Lehrwerke des 18. bis 20. Jahrhunderts aus dem deutschen, belgischen, französischen und italienischen Raum, ergänzend angloamerikanische sowie zeitgenössische Schulen. Was aus diesen lehr- und lernbar ist, warum und wie gerade ältere Schulen den Orgelunterricht bereichern können, wird aufgezeigt.
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1. Einleitung

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Wer in einer Wissenschafft weit gekommen ist, die Geschichte derselben aber nicht weiß, das ist zu sagen, wenn er sich nicht wol und gründlich inne hat, der ist wie ein reicher Mann, welchem das Herkommen und die Gründe seiner Einkünffte unbekannt sind, daher ihm nothwendig vieles entzogen wird, und die Gelegenheit fehlet, sein ordentliches Einkommen auf vielfältige Weise zu verbessern.1

(Johann Mattheson, 1739)

Voraussetzung, um Gegenwart zu verstehen und Zukunft zu gestalten, sind Kenntnis und Studium der Tradition. Aus dieser Sicht heraus verfasste bereits Johann Mattheson (1681–1764) sein Werk Der vollkommene Capellmeister. Das Streben nach Vervollkommnung beinhaltet die Auseinandersetzung mit Geschichte. Wie das Bild vom reichen Mann veranschaulicht, sollte in der Vergangenheit gesammeltes Wissen im Bewusstsein nachfolgender Generationen verankert sein und weitergetragen werden, um daraus Neues zu schaffen. Übertragen auf die Musik bedeutet dies, dass das Studium historischer Werke und Schriften erforderlich ist, um ein hohes künstlerisches Niveau zu erlangen. Im kulturellen Leben der Gegenwart nimmt die Pflege der Musik vergangener Epochen einen wichtigen Platz ein. Ob im Konzertsaal oder in der Kirche, oft erklingen Kompositionen alter Meister. Zu den traditionsreichsten Instrumenten zählt wohl die Orgel. Wie kaum ein anderes Instrument war sie im Laufe der Geschichte ständigem Wandel unterzogen. Aus der Hydraulis – der Wasserorgel der Antike – entwickelte sich eine schier unüberschaubare Vielfalt an Bauformen von unterschiedlicher Größe: vom handlichen Portativ bis hin zur raumdominierenden, symphonischen Pfeifenorgel. Ursprünglich bei Spektakeln wie Gladiatorenkämpfen...

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