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Zur Aktualität klassischer Orgelschulen

Evaluation – Akzeptanz – Ausblick

Diana Rieger

Zeitgemäße Vermittlung und Qualitätssteigerung des Orgelspiels ist seit Jahrhunderten ein zentrales Anliegen von Organisten. Dies spiegelt sich auch in den Orgelschulen wider. Diese Untersuchung betrachtet schwerpunktmäßig repräsentative Lehrwerke des 18. bis 20. Jahrhunderts aus dem deutschen, belgischen, französischen und italienischen Raum, ergänzend angloamerikanische sowie zeitgenössische Schulen. Was aus diesen lehr- und lernbar ist, warum und wie gerade ältere Schulen den Orgelunterricht bereichern können, wird aufgezeigt.
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5. Italien

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Mit der Proklamation Italiens zum Königreich im Jahr 1861 – dem Geburtsjahr Marco Enrico Bossis – existierte seit dem Zerfall des Römischen Reichs erstmals wieder ein politisch geeintes Staatsgebilde auf der Apenninenhalbinsel. Vittorio Emanuele II., König von Piemont-Sardinien, bestieg den italienischen Thron; denn formal war die nationale Einigung durch Angliederung der anderen Territorien an Piemont-Sardinien herbeigeführt worden. Maßgeblichen Anteil an der Umsetzung der Bestrebungen des Risorgimento hatten unter anderem Camillo Benso di Cavour (1810–1861, seit 1852 Ministerpräsident des Königreichs Piemont-Sardinien) und Giuseppe Garibaldi, der zum Nationalhelden Italiens avancierte. Die in Kriegen und Revolutionen erkämpfte politische Einheit konnte allerdings nicht die Zersplitterung im Inneren überwinden. Immense regionale Unterschiede bezüglich gewachsener Traditionen, Kultur und Mentalität, wirtschaftlicher Strukturen sowie geschichtlicher Entwicklung zeichneten das Königreich Italien aus. Selbst sprachlich herrschte keine Einheit. Die jahrhundertelange Eigenständigkeit von Stadt- und Territorialstaaten auf italienischem Boden hatte ihre Spuren hinterlassen – im Negativen, aber auch im Positiven.

Außergewöhnlich sind die kulturellen Leistungen, die in Blütephasen wie der Renaissance Italien zu Weltruhm verholfen haben. Neben Architektur, Literatur und bildender Kunst nimmt die Musik seit jeher einen besonderen Platz ein. So entstand 1598 in Florenz mit Dafne von Jacopo Peri (Musik) und Ottavio Rinuccini (Libretto) die erste Oper – ein Genre, das im europäischen Kulturkreis schnell Verbreitung finden und sich großer Beliebtheit erfreuen sollte. Weitere – vorrangig für die Kirchenmusik bedeutende – Impulse gingen von Giovanni Pierluigi da Palestrina (1525/26–1594) aus und...

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