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Weiterbildungsbeteiligung im Trend

Die Teilnahme von Akademiker_innen an beruflicher Weiterbildung im Zeitverlauf – 1991 bis 2010

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Sarah Widany

Je höher das Bildungsniveau desto wahrscheinlicher die Teilnahme an Weiterbildung. Nach diesem bekannten Zusammenhang zeigen Akademiker_innen eine überdurchschnittlich hohe Weiterbildungsaktivität. Vor dem Hintergrund einer stetig zunehmenden Bedeutung akademischer Qualifikationen untersucht die Studie die berufliche Weiterbildungsbeteiligung Hochqualifizierter und identifiziert Einflussfaktoren der Teilnahme jenseits des Qualifikationsniveaus. Auf der Grundlage der Erhebungen des Berichtssystems Weiterbildung (BSW) und des Adult Education Survey (AES) zeigen sich in der Trendanalyse für den Zeitraum 1991 bis 2010 relativ stabile Teilnahmestrukturen. Diese werden vor allem durch Faktoren des Erwerbskontextes und des akademischen Arbeitsmarktes geprägt.
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4. Theoretische Rahmung

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Die selektive Tei'lnahme an Weiterbildung hat sich in der langen Tradition der sozialstatistischen Teilnahmeforschung als ein beeindruckend konstanter Befund erwiesen. Bereits in Forschungsarbeiten aus den 1920er und 1930er Jahren werden soziale und berufliche Statusmerkmale als bedeutende Teilnahmeprädiktoren identifiziert (vgl. Büchter 2010). Die Aufarbeitung des aktuellen Forschungsstandes auf Grundlage von quantitativen Analysen (Kapitel 3.4) zeigt zwar ein differenziertes Bild der Teilnahmestrukturen und für bestimmte Prädiktoren eine durchaus heterogene Befundlage, kann jedoch im Wesentlichen als eine Fortschreibung der Befunde zur selektiven Weiterbildungsteilnahme seit Beginn der sozialstatistischen Weiterbildungsforschung verstanden werden. Die Frage danach, welche Faktoren die Regulation der Weiterbildungsteilnahme gestalten, ist angesichts dieser Befundlage nicht leicht zu beantworten. Inwieweit dies in der Weiterbildungsforschung bisher durch den Bezug auf unterschiedliche theoretische Erklärungsansätze gelungen ist, wird in diesem Kapitel erörtert. Auf dieser Grundlage wird ein Orientierungsrahmen für die Analyse von Weiterbildungsteilnahme erarbeitet, der die empirischen Befunde und theoretischen Annahmen integriert.

Die theoretische Fundierung des Forschungsfeldes steht in deutlichem Kontrast zu den empirischen Leistungen und ist bis in die 1990er Jahre hinein äußerst gering ausgeprägt. Es existiert keine originäre, einheitliche erziehungswissenschaftliche Theorie der beruflichen Weiterbildung. Die mangelnde innerdisziplinäre theoretische Fundierung wird einerseits mit der Heterogenität des Forschungsgegenstandes begründet und andererseits auf einen Pluralismus nicht zu vereinbarender Theorien zurückgeführt (vgl. Büchter 2010: 2f.; vgl. kritisch Harney 1990: 7). Der Schwerpunkt der meisten Forschungsarbeiten in der Weiterbildung liegt durch eine hohe Praxisorientierung zudem in der entwicklungsorientierten Begleit- oder der...

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