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Das Haus Digeon in Frankreich (1096–1856)

Eine genealogische Studie im adelsrechtlichen Kontext des Ancien Régime

Charles Philippe Graf Dijon

Wenig ist bisher über das Haus Digeon, das vom Hundertjährigen Krieg bis Mitte des 19. Jahrhunderts in Aquitanien ansässig war, bekannt gewesen. Dieses Buch schafft erstmals eine Grundlage dafür, die einzelnen Zweige Autramat, Boisverdun und Monteton in eine ordnende und quellenbasierte Gesamtkohärenz zu bringen. Dabei bietet die Darlegung der genealogischen Beziehungen ein nicht unerhebliches Erklärungspotential für die Entwicklung einer vornehmlich protestantischen Adelsfamilie, welche mit prägenden Ereignissen der französischen Geschichte direkt konfrontiert war. Durch den Besitz verschiedener Herrschaftseinheiten wie Baronie, Grafschaft, Marquisat sowie der kleinen Stadt Francescas in Personalunion mit dem König von Frankreich, welche mit der niederen, mittleren und hohen Gerichtsbarkeit einhergingen, war das Geschlecht fest in das seinerzeitige Feudalsystem eingebunden. Damit bewegten sich die Digeons im Kontext des Adelsrechts des Ancien Régime, welches für ihren Aufstieg und weitere Genese maßgeblich sein sollte. Die Ursprünge und Grundlagen des droit nobiliaire werden neben spezifischen Fragen wie dem Erwerb sowie der Transmission von Adelstiteln und -stand sowie Usurpation und Verlust des Adels systematisch behandelt. Mithin dient dieser Teil nicht allein als Referenzgeber; im Verbund mit der Analyse der familiären Zusammenhänge wird das französische Adelsrecht in seiner unmittelbaren Anwendung illustriert.
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2.3.3.6 Bewahrung des Hausvermögens trotz finanzieller und religiöser Krise

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Der König legte mit diesem Brief, in welchem er sein Einverständnis für die angefragte Ehe gab, den Grundstein für den preußischen Zweig des Hauses Digeon. Die Tatsache, daß zwischen dem Angang der Korrespondenz am 1. November 1736 und dem 31. März des folgenden Jahres, in welchem bereits die Heiratsabsicht beschlossen war, nur fünf Monate lagen, gibt der Vermutung Nahrung, daß sich Jeanne-Gasparde Vernezobre und Jean Jeacques I. Digeon de Monteton bereits kennengelernt hatten und dieserhalb der königliche Wunsch zur Zwangsverheiratung mit Isaak v. Forcade mitten oder nicht unweit der Phase der gegenseitigen Annäherung seinen Einschlag fand. Dies läßt auch das erwähnte Beischreiben im Brief ihres Vaters an den König vom 9. November 1736, dessen Inhalt opak bleibt und worin sie angeblich ihre Liebe zu einem Herrn von der Osten darlegte, in ein anderes Licht rücken. Denn selbst für die damalige Zeit wäre eine Hochzeitsanbahnung mit einem gänzliche neuen Bräutigam innnert nicht einmal fünf Monaten recht ungewöhnlich gewesen, sintemal, wenn man die Belgeitumstände berücksichtigt. Möglicherweise hatte bereits ein zartes Band bestanden und François Mathieu Vernezobre wollte aus Höflichkeit sowie Ehrerbietung, aber auch aus einer gehörigen Portion Kalkül seinem König nicht mitteilen, daß sich Jeanne-Gasparde in den Hauptmann Jean-Jacques I. Digeon de Monteton verliebt habe, denn dann wäre nach einem Veto des Königs, vielleicht sogar mit einer vernichtenden Begr...

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