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Das Heilige als Problem der gegenwärtigen Religionswissenschaft

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Wolfgang Gantke and Vladislav Serikov

Die Beiträge in diesem Sammelband dokumentieren die heutige Diskussion um das Heilige, ein nach wie vor unerledigtes Problem der Religionswissenschaft. Sie wurden auf zwei verschiedenen Veranstaltungen präsentiert: einerseits auf dem Panel «Das Heilige als Problem in der Religionswissenschaft: Fragen und Perspektiven» der 31. Jahrestagung der Deutschen Vereinigung für Religionswissenschaft in Göttingen im September 2013, andererseits auf dem Symposium «Die Diskussion um das Heilige: alte Fragen – neue Antworten» an der Goethe-Universität in Frankfurt am Main im November 2013. Es geht um drei Themenbereiche: das Werk Rudolf Ottos, Anwendung der Kategorie des Heiligen in der Religionsforschung sowie die theoretische Auseinandersetzung mit der Kategorie des Heiligen.
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Die heilige Transzendenz und empirische Forschung: Überlegungen und Perspektiven

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„… Dass unser normales Wachbewusstsein, rationales Bewusstsein wie wir es nennen, nur eine bestimmte Art von Bewusstsein ist, während um es herum, abgeteilt nur durch eine hauchdünne Scheidewand, potentielle Formen des Bewusstseins liegen, die ganz andersartig sind. Wir mögen durchs Leben gehen, ohne ihre Existenz zu ahnen, sobald jedoch der erforderliche Stimulus angewendet wird, sind sie mit einem Schlag in all ihrer Vollständigkeit da; wohlbestimmte Typen der Mentalität, welche sicher irgendwo ihre Brauchbarkeit und Anwendung haben. Keine Betrachtung des Universums in seiner Gesamtheit kann abschließend sein, welche diese anderen Formen des Bewusstseins außer Acht lässt.“

William James (1902)

An diese fast paradigmatische Aussage von William James kann man eine Vielzahl von Fragen anknüpfen, die in die Grenzbereiche wissenschaftlichen Forschens weisen. Zuerst einmal würden wir heute das Wachbewusstsein nicht mehr „rationales Bewusstsein“ nennen, da dieses sich wesentlich komplexer darstellt und beständig Interaktionen zwischen unterbewussten / unbewussten und bewussten Bereichen der Psyche stattfinden.

Nichtsdestoweniger scheint sich Wissenschaft – von intuitiven Einsichten einmal abgesehen – primär im Wachbewusstsein abzuspielen. Es könnte aber gefragt werden, ob nicht wissenschaftliche Erkenntnis auch in anderen Bewusstseinszuständen möglich wäre und ob durch bestimmte Übungen und Techniken nicht auch eine Reproduzierbarkeit von in anderen Bewusstseinszuständen gewonnenen Erkenntnissen zu erzielen sei. Problematisch ist dabei nur, dass sich Wirklichkeit in der Innenwelt noch stärker anhand der subjektiven Fokussierung formt, als es in der Außenwelt der Fall ist.

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