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Reform der Leasingbilanzierung nach IAS/IFRS

Übertragbarkeit des "Right-of-use-Approachs</I> auf die deutsche Handels- und Steuerbilanz

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Elke Mayer

Die geplante internationale Leasingreform sieht die Einführung eines sogenannten Right-of-use-Approachs vor. Hiernach sind sowohl Finanzierungs- als auch Operating-Leasing-Geschäfte in der Bilanz des Leasingnehmers aufzuführen. In Anbetracht der fortschreitenden Globalisierung stellt sich die Frage, ob der Right-of-use-Approach neben der verpflichtenden Anwendung auf Konzernabschlüsse auch mit dem handelsrechtlichen Einzelabschluss und der Steuerbilanz vereinbar wäre. Vor diesem Hintergrund erörtert das Buch die handels- und steuerrechtlichen Fragen und geht auf die unterschiedlichen Bilanzierungszwecke sowie den Grundsatz der Nichtbilanzierung schwebender Geschäfte ein. Nach einer kritischen Analyse schließt die Arbeit mit einem Lösungsvorschlag.
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C) Leasingbilanzierung in der Handelsbilanz

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I) Ansatz- und Bewertungsvorschriften für Leasingverhältnisse im Handelsrecht

Im deutschen HGB gibt es außer den allgemeinen Ansatz- und Bewertungsvorschriften keine speziellen Regelungen oder praktikablen Verfahren zur Bilanzierung von Leasingverhältnissen.320 Daher greift die Unternehmens­praxis aufgrund der engen Verknüpfung zwischen Handels- und Steuerrecht bei der Beurteilung der Leasingverhältnisse regelmäßig auf die steuerrechtlichen Leasingerlasse zurück, in denen die Bestimmung des wirtschaftlichen Eigentums bei Leasingverhältnissen weitgehend anhand von quantitativen Kriterien vorgenommen wird.321 Die Leasingerlasse selbst sind wiederum entscheidend von der Grundsatzentscheidung des BFH zu Leasingverhältnissen vom 26. Januar 1970322 geprägt. Der BFH führte in seinem Urteil aus, dass der Gegenstand eines Leasingvertrages demjenigen zugerechnet werden müsse, der der wirtschaftliche Eigentümer ist.323 Zudem sei die Zuordnung von der vertraglichen und tatsächlichen Ausgestaltung des Vertrages und des Einzelfalls abhängig.

Auch die genaue Definition des Begriffs „Leasing“ und seine Abgrenzung von anderen Vertragsarten bereiten einige Schwierigkeiten. Generell versteht man unter „Leasing“ eine Vereinbarung, bei der der Leasinggeber (Vermieter) dem Leasingnehmer (Mieter) den Leasinggegenstand gegen Zahlung eines vereinbarten periodischen Entgeltes (Leasingrate) zur Verfügung stellt.324 Dabei verbleibt ← 61 | 62 → das zivilrechtliche Eigentum am Vermögensgegenstand beim Leasinggeber, auch wenn die Gegenstände längerfristig dem Leasingnehmer zur Verfügung gestellt werden. Im Gegensatz zum deutschen Recht haben die internationalen Rechnungslegungsstandards und die US-GAAP eine kodifizierte Definition des Leasings, die sich jedoch nur unwesentlich von dem in Deutschland vorzufindenden Verständnis des Leasings unterscheidet.325

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