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Von Freinet zu Freud: Die institutionelle Pädagogik von Fernand Oury

Übersetzt von Renate Kock und Erdmuthe Mouchet unter Mitwirkung von Claude Mouchet

Claude Mouchet and Raymond Bénévent

Das Buch widmet sich Fernand Oury (1920–1998), einem der bedeutendsten französischen Pädagogen des 20. Jahrhunderts, der jedoch in Deutschland so gut wie unbekannt ist. Originell und innovativ, führte er das von Célestin Freinet entwickelte pädagogische Konzept weiter und wendete es in den sogenannten Kasernen-Schulen der Pariser Nachkriegszeit an. Parallel dazu orientierte er sich an Freud, um unbewusste Phänomene in Schulklassen aufzuspüren. Die Autoren stellen die einzelnen Lebensetappen Ourys vor und gehen auch auf seine kämpferischen Auseinandersetzungen mit traditionellen Vorstellungen ein. Ihr Buch stellt die Hauptbegriffe der institutionellen Pädagogik vor und veranschaulicht die von Oury «Institutionen» genannten Neuerungen anhand von Beispielen aus seiner Schulpraxis und Äußerungen.
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Kapitel 6. Die Gruppe „Techniques Éducatives“ auf dem Wege zu einer demokratischen Pädagogik (März 1961 Bis April 1964)

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Nach dem Kongress von Saint-Étienne beginnt eine neue Periode, in der die Dissidenten der Freinet-Bewegung fast fünf Jahre lang nach einer neuen pädagogischen Struktur suchen. Diese Gruppe bringt sehr schnell ein Bulletin auf den Markt, Éducation et Techniques, das von Juni 1961 bis Juni 1965 erscheint: wir werden es im Folgenden oft benutzen. Raymond Fonvieille hat seinerseits 1998 ein diesem Zeitraum gewidmetes Buch veröffentlicht (geschrieben 1989), Naissance de la pédagogie autogestionnaire1. Indem er die Geschichte der Pariser Bewegung rekonstruiert, legt er Wert darauf zu zeigen, was für eine hervorragende Rolle er selbst in dieser Selbstverwaltungs-Pädagogik spiele, die er der institutionellen Pädagogik Fernand Ourys gegenüberstellt: Versuch einer Selbstrechtfertigung also, bei der es nicht immer leicht ist zu unterscheiden, was von dem Akteur Fonvieille und was von dem Autor Fonvieille stammt. Diese Quelle ist also vorsichtig zu verwenden. Bald treten weitere Protagonisten auf: Georges Lapassade und Michel Lobrot werden den Selbstverwaltungspol bilden, dem sich Fonvieille nah fühlte. Wir werden im Folgenden vor allem ihre Beiträge aus der Zeitschrift Éducation et Techniques verwenden, da sie auch eine bedeutende Rolle in der Auflösung dieser neuen Bewegung gespielt haben. (Oktober 1966).

1. Die Installierung der neuen pädagogischen Bewegung

L’Éducateur d’Ile-de-France war einer der wesentlichen Streitpunkte im Konflikt zwischen Freinet und der Mehrheit der Pariser des IPEM. Als aber die Pariser aus dem ICEM ausgeschlossen waren, mussten sie ihre Zeitschrift aufgeben und also eine neue gr...

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