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Determinanten einer Ausübung der Fair-value-Option für finanzielle Verbindlichkeiten bei Banken

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Anne Kretzschmar

Die International Financial Reporting Standards (IFRS) gewähren Wahlrechte, um dem Bilanzierer die Möglichkeit zu geben, ihre Adressaten bestmöglich mit entscheidungsnützlichen Informationen zu versorgen. Wahlrechte können vom Management jedoch auch für eigene Ziele genutzt werden. Die Fair-value-Option erlaubt dem Bilanzierer, im Zugangszeitpunkt einer Verbindlichkeit zwischen einer Folgebewertung zu fortgeführten Anschaffungskosten und einer Bewertung zum beizulegenden Zeitwert zu wählen. Die Autorin untersucht die Ausübung dieses Wahlrechts im Querschnitt und über den Zeitverlauf. Vor dem Hintergrund der Finanzmarktkrise wird erstmals die Ausübung in Abhängigkeit von der Höhe der eigenen Bonität analysiert, um einschätzen zu können, ob eine Steuerung des Periodenerfolgs in Phasen sinkender eigener Bonität erfolgt.
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5. Eigene Analyse

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5.  Eigene Analyse

Die empirische Analyse dient der Untersuchung der Frage, ob Banken die Fair-value-Option für Verbindlichkeiten ausüben, um in Zeiten mit sinkender eigener Bonität Bewertungsvorteile aus dem Unterschiedsbetrag zwischen fortgeführten Anschaffungskosten und dem beizulegenden Zeitwert zu erzielen. Zu beachten ist, dass in dieser Analyse nur Unterschiede zwischen fortgeführten Anschaffungskosten und beizulegendem Zeitwert berücksichtigt werden, die aus einer Änderung der eigenen Bonität resultieren.328 Wie bereits in Abschnitt 2 dargestellt, resultiert aus einem Rückgang der eigenen Bonität und der Bewertung zum beizulegenden Zeitwert ein Buchgewinn im Vergleich zu einer Bilanzierung zu fortgeführten Anschaffungskosten. Während der Finanzmarktkrise im Jahr 2008, aufgrund der Schuldenkrisen Griechenlands, Irlands, Portugals und Spaniens im Jahr 2010 sowie infolge der Ausweitung der europäischen Staatsschuldenkrise im Jahr 2011 kam es zu einem Anstieg der Preise für Kreditausfallversicherungen (Credit Default Swaps (CDS)) von europäischen Banken (siehe Abbildung 1), womit eine Bonitätsverschlechterung signalisiert wird.329 In den betroffenen Jahren kann somit ein Anreiz bestanden haben, die Fair-value-Option für Verbindlichkeiten auszuüben, um einen Buchgewinn zu erzielen.

Nach der Einordnung des Erkenntnisziels im anschließenden Abschnitt, wird in einem ersten Schritt die Ausübungsentscheidung als Basis für weitere Untersuchungen modelliert (Abschnitt 5.3). Dieser Schritt ist notwendig, um zu verstehen, welche Banken die Fair-value-Option für Verbindlichkeiten ausüben. Daran anschließend wird analysiert, ob es einen Zusammenhang zwischen der Ausübungsentscheidung und der Höhe der eigenen Bonität gibt (Abschnitt 5.4)...

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