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Das Spannungsverhältnis von Informations- und Geheimhaltungspflichten des Vorstands einer börsennotierten Aktiengesellschaft als Zielgesellschaft eines Unternehmenskaufs

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Kai Kerger

Die Offenbarung von Unternehmensinterna im Vorfeld eines Unternehmenskaufs ist üblich und im Interesse eines funktionierenden Marktes für erfolgreiche Unternehmenskäufe erforderlich. Im Ergebnis ist die Weitergabe von Gesellschaftsgeheimnissen und Insiderinformationen sowohl gesellschafts- als auch kapitalmarktrechtlich unter gewissen Voraussetzungen berechtigt und befugt. Diese Arbeit befasst sich mit dem Spannungsverhältnis von Informations- und Geheimhaltungspflichten des Vorstands einer börsennotierten Aktiengesellschaft als Zielgesellschaft eines außerbörslichen Unternehmenskaufs in Form des Erwerbs einer Mehrheitsbeteiligung. Sie untersucht die Voraussetzungen, unter denen die Informationsweitergabe, insbesondere im Rahmen einer kaufvorbereitenden Due Diligence Prüfung, zulässig ist.
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Teil 5: Endergebnis

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Regelmäßig wird der Vorstand einer Aktiengesellschaft im Rahmen von Unternehmenskäufen vom veräußerungswilligen Mehrheitsgesellschafter und vom Erwerbsinteressenten um Gestattung und aktive Begleitung einer Due Diligence Prüfung und Offenbarung wettbewerbs- und kapitalmarktsensibler Unternehmensinformationen zur Prüfung des Unternehmenserwerbs gebeten. Sicherlich kann in konkreten Fällen selbst die Zielgesellschaft ein besonderes Interesse an einer Veräußerung der Mehrheitsbeteiligung haben, so dass sich die Informationsweitergabe an aussichtsreiche Interessenten im Rahmen des rechtlich Möglichen als wesentlicher und zwangsläufig aus strategischen und unternehmerischen Gründen notwendiger Zwischenschritt zum Austausch des veräußerungswilligen Mehrheitsgesellschafters auch zum Vorteil der Zielgesellschaft erweist. Stellt sich allerdings die Zielgesellschaft bzw. deren Vorstand einer kaufvorbereitenden Informationsweitergabe aus Geheimhaltungserwägungen und auch angesichts der eigenen Unsicherheit über das rechtlich Mögliche und Zulässige und die Gestaltungsmöglichkeiten einer Informationsweitergabe grds. in den Weg und lässt eine solche erst überhaupt nicht oder nur sehr eingeschränkt zu, dann verspielt sie u.U. die Aussicht auf einen neuen starken und strategischen Mehrheitsgesellschafter und damit realistische Chancen auf eine günstigere Gestaltung ihrer Unternehmensstruktur sowie positive Marktperspektiven i.S.e. bemerkbaren Steigerung der Ertragslage1354. Schließlich wird auch der veräußerungswillige Mehrheitsgesellschafter zur Verwirklichung der aus seiner Gesellschafterstellung fließenden Befugnis zur Veräußerung seiner Geschäftsanteile – will er nicht von Vornherein ein Scheitern der Verhandlungen mit dem Erwerbsinteressenten herbeiführen – in besonderem Maße auf die Offenlegung von Unternehmensinformationen, gerade von äußerst sensiblen, den Unternehmenswert ausmachenden bzw. verifizierbaren Unternehmensinterna durch die Zielgesellschaft angewiesen sein....

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