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Masseverwaltung nach Aufhebung des Insolvenzverfahrens am Beispiel der Nachtragsverteilung

Eine kritische Untersuchung

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Ines Meyer

Das Werk beschäftigt sich mit rechtlichen Problemkreisen der Nachtragsverteilung nach den §§ 203 ff. InsO unter Berücksichtigung älterer und neuerer Rechtsprechung. Dabei werden nicht nur das Regelinsolvenzverfahren, sondern auch die Eigenverwaltung, das Restschuldbefreiungsverfahren und das Insolvenzplanverfahren in den Blick genommen. Die Untersuchung reicht von der Verfahrenseinleitung über die tatbestandlichen Voraussetzungen der Nachtragsverteilung bis zu dessen Vollzug sowie der Vergütung des Nachtragsverwalters und der Konkurrenz zu einem neuen Insolvenzverfahren.
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Teil 1. Einführung

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Teil 1.  Einführung

Das Insolvenzverfahren findet mit dem Schlusstermin und der unmittelbar darauf folgenden Schlussverteilung in der Regel seinen endgültigen Abschluss.1 Nicht selten kommt es jedoch vor, dass die Insolvenzmasse mit der Schlussverteilung noch nicht endgültig verwertet und verteilt wurde.2 In diesen Fällen ist trotz förmlicher Aufhebung des Insolvenzverfahrens vielfach ein weiterer Handlungsbedarf des Insolvenzverwalters notwendig, um auch nachträglich eine gleichmäßige Gläubigerbefriedigung zu gewährleisten.3 Da der Verwalter seine Massebefugnisse jedoch im Allgemeinen mit Verfahrensaufhebung verliert, musste der Gesetzgeber spezielle Vorschriften schaffen, damit der Verwalter auch über die Verfahrensaufhebung hinaus bzw. ohne Eröffnung eines neuen Insolvenzverfahrens weitere Masseverwaltungsaufgaben übernehmen kann. Das Gesetz sieht für den Fall eines Regelinsolvenzverfahrens hier die sog. Nachtragsverteilung (§§ 203 ff. InsO) vor.4 Dieses Rechtsinstitut ermöglicht dem Verwalter in einer bestimmten Weise und in einem bestimmten Umfang die „Insolvenzmasse“ auch noch nach Verfahrensaufhebung zu verwalten und zu verwerten.

In der Praxis kann eine solche Nachtragsverteilung nicht nur bei einem vorangegangenen Insolvenzverfahren über das Vermögen von natürlichen Personen, sondern auch bei Gesellschaften relevant werden. Daher ist bereits an dieser Stelle hervorzuheben, dass es bei der Frage der Zulässigkeit einer Nachtragsverteilung gleichgültig ist, ob der Schuldner, da natürliche Person, noch existiert, oder aber infolge des Insolvenzverfahrens aufgehoben ist. Die Nachtragsverteilung knüpft nämlich an den Vermögensbestand vor dem Ende der Liquidation an und zu dieser Zeit ist der Schuldner zumindest noch als in Liquidation befindlich existent. F...

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