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Masseverwaltung nach Aufhebung des Insolvenzverfahrens am Beispiel der Nachtragsverteilung

Eine kritische Untersuchung

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Ines Meyer

Das Werk beschäftigt sich mit rechtlichen Problemkreisen der Nachtragsverteilung nach den §§ 203 ff. InsO unter Berücksichtigung älterer und neuerer Rechtsprechung. Dabei werden nicht nur das Regelinsolvenzverfahren, sondern auch die Eigenverwaltung, das Restschuldbefreiungsverfahren und das Insolvenzplanverfahren in den Blick genommen. Die Untersuchung reicht von der Verfahrenseinleitung über die tatbestandlichen Voraussetzungen der Nachtragsverteilung bis zu dessen Vollzug sowie der Vergütung des Nachtragsverwalters und der Konkurrenz zu einem neuen Insolvenzverfahren.
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Teil 11. Insolvenzantrag vs. Nachtragsverteilung

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Teil 11.  Insolvenzantrag vs. Nachtragsverteilung

In der Insolvenzpraxis kann es durchaus vorkommen, dass eine Nachtragsverteilung angeordnet wurde und später ein Insolvenzantrag auf Eröffnung eines neuen Insolvenzverfahrens gestellt wird. Hier stellt sich die Frage, wie sich ein erneutes Insolvenzverfahren zu der bereits angeordneten Nachtragsverteilung verhält.

Darüber hinaus soll im Folgenden untersucht werden, wie der umgekehrte Fall, in dem ein neues Insolvenzverfahren bereits eröffnet wurde und nunmehr die Durchführung einer Nachtragsverteilung beantragt wird, zu behandeln ist.

A. Neuer Insolvenzantrag neben bereits angeordneter Nachtragsverteilung?

Vorab ist festzustellen, dass ein Antrag auf Eröffnung eines neuen Insolvenzverfahrens ohne bereits angeordnete Nachtragsverteilung ohne Zweifel zulässig ist.1337 Der Aufhebungsbeschluss nach § 200 InsO bewirkt nämlich keinesfalls eine dahingehende „Rechtskraft“, dass die früheren Insolvenzgläubiger ihre ← 349 | 350 → Rechte gegen den Schuldner nur im Wege der Einzelzwangsvollstreckung, nicht aber auch im Wege eines weiteren Insolvenzverfahrens verfolgen könnten.1338 Ein Insolvenzverfahren über das Vermögen eines Schuldners ist somit nicht deshalb ausgeschlossen, weil bereits früher ein Konkurs- oder Insolvenzverfahren stattgefunden hat.1339 Nach Aufhebung des Verfahrens können die Gläubiger ihre restlichen Forderungen gegen den Schuldner grundsätzlich1340 unbeschränkt geltend machen, wobei es allein ihnen überlassen ist, ob sie ihre restlichen Forderungen im Wege der Einzelzwangsvollstreckung, im Wege eines neuen Insolvenzverfahrens (sofern die Eröffnungsvoraussetzungen erneut gegeben sind) oder aber im Wege einer Nachtragsverteilung verfolgen.1341

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