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Masseverwaltung nach Aufhebung des Insolvenzverfahrens am Beispiel der Nachtragsverteilung

Eine kritische Untersuchung

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Ines Meyer

Das Werk beschäftigt sich mit rechtlichen Problemkreisen der Nachtragsverteilung nach den §§ 203 ff. InsO unter Berücksichtigung älterer und neuerer Rechtsprechung. Dabei werden nicht nur das Regelinsolvenzverfahren, sondern auch die Eigenverwaltung, das Restschuldbefreiungsverfahren und das Insolvenzplanverfahren in den Blick genommen. Die Untersuchung reicht von der Verfahrenseinleitung über die tatbestandlichen Voraussetzungen der Nachtragsverteilung bis zu dessen Vollzug sowie der Vergütung des Nachtragsverwalters und der Konkurrenz zu einem neuen Insolvenzverfahren.
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Teil 7. Vollzug der Nachtragsverteilung

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Teil 7.  Vollzug der Nachtragsverteilung

Nachdem sich die bisherigen Ausführungen ausschließlich auf die Voraussetzungen und Rechtsfolgen der Nachtragsverteilung beschränkt haben, soll nunmehr auch ein Blick auf den praktischen Vollzug der Nachtragsverteilung erfolgen.

Während die KO keine Vorschrift über den Vollzug der Nachtragsverteilung enthielt und man insoweit auf die allgemeine Regelung des § 167 KO zurückgegriffen hat795, regelt nunmehr § 205 InsO ausdrücklich den Vollzug der Nachtragsverteilung.

A. Beginn der Verwertung und Verteilung

Wie oben bereits kurz dargestellt796, ist der Verwalter auch dann nicht befugt von sich aus mit der Verteilung der Nachtragsmasse zu beginnen, wenn ihm bereits verteilbare Vermögenswerte zur Verfügung stehen.797 Dies darf er selbst dann nicht, wenn er aufgrund einer fortdauernden Beschlagnahme weiterhin die Verfügungsbefugnis innehat. Endete der Insolvenzbeschlag mit Verfahrensaufhebung, so benötigt der Verwalter darüber hinaus eine Ermächtigung zur Besitzergreifung der Massestücke. In beiden Fällen ist somit die gerichtliche Anordnung zwingende Voraussetzung für das Handeln des Verwalters. Ohne gerichtliche Anordnung darf der Verwalter die Massegegenstände grundsätzlich weder verwerten noch an die Gläubiger verteilen. Nur so ist gewährleistet, dass die Kosten des Verfahrens gedeckt sind (§ 203 Abs. 3 S. 1 InsO) und es steht endgültig fest, auf welche Vermögenswerte sich der – neu eingetretene oder aufrecht erhaltene – Insolvenzbeschlag erstreckt.798 Eine Ausnahme ist nur bei einer vorbehaltenen Nachtragsverteilung zu machen. In diesen Fällen darf der Verwalter auch ohne Anordnung Masseverwertungshandlungen, wie beispielsweise...

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