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Management in sozialen Organisationen: Leitung von Teams und teilautonomen Arbeitsgruppen

Theoretische Grundlagen und 12 Fallbeispiele aus der Sozialen Arbeit

Kurt Possehl

In sozialen Organisationen ist die Leitung von Teams und teilautonomen Arbeitsgruppen die unterste Führungsebene. Das Buch fokussiert diese und die nächsthöheren Leitungsebenen. Die Erörterung der theoretischen Grundlagen umfasst ausgewählte Aspekte von Arbeitsgruppen und Organisation, Gruppendynamik, Handlungs- und Entscheidungstheorie und Leitungstätigkeit. Zwölf bearbeitete und kommentierte Fallbeispiele aus der Praxis von Teamarbeit demonstrieren die gedankliche Integration der theoretischen Grundlagen zur – hypothetischen – Problembewältigung im konkreten Fall. Schwerpunkte hierbei sind die Analyse komplexer Teamsituationen und -abläufe, die gedankliche Entwicklung möglicher Interventionen und die nachfolgende Entschlussfassung zum Handeln.
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6. Rollen

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Rollen werden üblicherweise ebenfalls definiert als Verhaltenserwartungen, Verhaltensregeln oder Verhaltensvorschriften, allerdings verknüpft nur mit einzelnen Positionen in der Gruppe, unabhängig davon, welche Person diese Position einnimmt (Beispiel: die Rolle des Kassenwarts, die Rolle des Vorsitzenden, die Rolle des aktiven Mitglieds, die Rolle des passiven Mitglieds in einem Verein). Rollen geben an, welches Verhalten des Inhabers einer bestimmten Position in einer Gruppe oder Gesellschaft sozial akzeptiert bzw. sozial nicht akzeptiert ist, und können auch nach Muss-, Soll- und Kann – Erwartungen differenziert werden. Rollen enthalten zusätzlich zu den Verhaltenserwartungen meist noch Erwartungen in Bezug auf bestimmte Einstellungen und Werthaltungen, also auch Komponenten hinsichtlich des Denkens der Inhaber einzelner Positionen (als Beispiel der fiktive Vergleich möglicher Erwartungen hinsichtlich Einstellungen und Werthaltungen zwischen der Rolle des Kassenwarts und der Rolle des passiven Mitglieds in einem Verein).

1) Formelle und informelle Rollen

Zwingend ist die Unterscheidung zwischen formellen und informellen Rollen; die formellen Rollenerwartungen sind von außen vorgegeben und formal festgelegt (z.B. in Vereinssatzungen, Stellenbeschreibungen), die informellen Rollenerwartungen entwickeln sich a) aus individuellen Verhaltensmustern der Mitglieder und b) aus der Interaktion der Gruppenmitglieder selbst, können dann aber auch durch Formalisierung zu formellen Rollen gemacht werden. Formelle und informelle Rollen überlagern sich wechselseitig im tatsächlichen, konkreten Rollenverhalten der einzelnen Positionsinhaber, für das daher, ← 109 | 110 → in Zusammenfassung, diese drei Komponenten immer im Zusammenhang betrachtet werden müssen: a) die formal festgelegten Rollenerwartungen, b) die aus individuellen Verhaltensmustern abgeleiteten Rollenerwartungen und c)...

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