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Reiseziel Italien

Moderne Konstruktionen kulturellen Wissens in Literatur – Sprache – Film

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Alessandra Lombardi, Lucia Mor and Nikola Roßbach

Wie sieht das Italienbild des 20. Jahrhunderts aus? Die Beiträge des interdisziplinären Bandes analysieren moderne Wissenskonstruktionen in Literatur, Sprache und Film und geben dem deutsch-italienischen Dialog neue Impulse. Drei Themenbereiche stehen dabei im Mittelpunkt: Zum einen bedeutet Italien in der literarischen Moderne – in Romanen, Gedichten, Reiseberichten, Briefen – zugleich Mythos und Mythosdestruktion. Welches «Wissen» wird transferiert oder erst generiert? Zum anderen modelliert die Tourismussprache Italien als Anderswelt. Die «fremde» Sprachkultur als Teil kultureller Identität zu analysieren ist eine zentrale Forschungsaufgabe. Und schließlich zeigen deutsche Filmkameras Italien als Sehnsuchtsort, aber auch als Land von Arbeitsmigration und Kriminalität. Typisieren sie Land und Menschen – oder unterlaufen sie das stereotype Italien-«Wissen» subversiv?
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Einführung

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„Nicolo, Nicolo, Nicolinoheißt der Wirt der Taverne von Padua;und ich trinke bei ihm meinen Vino,komm’ im Urlaub ich mal nach Italia“(Nicolo Nicolo Nicolino, 1954)

Mit diesen Zeilen beginnt ein Hit der 1950-er Jahre, gesungen von Lou van Burg, getextet von Gerhard Winkler. Im Schlager, der die restaurativeskapistischen Träume und Sehnsüchte Nachkriegsdeutschlands ausdrückt, erscheint Italien als Sehnsuchtsziel, als imaginierte Idylle, als Immer-noch-Arkadien.

Sieht so das Italienbild des 20. Jahrhunderts aus? Wie hartnäckig sind arkadische Mythen – wie ‚realistisch‘ sind kulturelle Wissenskonstruktionen in Literatur, Sprache und Film? Welche modernen Wahrnehmungen Italiens bestimmen den deutsch-italienischen Dialog? Die Beiträge des Bandes Reiseziel Italien. Moderne Konstruktionen kulturellen Wissens in Literatur – Sprache – Film analysieren moderne Konstruktionen kulturellen Wissens über das Reiseziel Italien in der deutschsprachigen Literatur, in Sprache und Film. Sie loten damit sprachliche und künstlerische Bereiche aus, die unterschiedliche Bild- und Sprachräume kreieren und auf je eigene Weise den italienisch-deutschen Kulturtransfer des 20. Jahrhunderts prägen.

Der Begriff des kulturellen Wissens wird ausdrücklich weit gefasst, um heterogene mediale, formal-strukturelle und semantische Dimensionen moderner Wissenskonstruktionen in den Blick zu bekommen. Kulturelles Wissen erscheint als primär sprachlich verfasst: Es ist auf komplexe Weise an das Kommunikationsmedium Sprache gekoppelt, wobei sprachliche Formen als dem Wissen nicht äußerlich aufzufassen sind und Texte nicht als bloße Container eines womöglich eindeutig referenzierbaren, sprachunabhängig existierenden ‚Wissens‘ gedacht werden, sondern vielmehr als intrinsisch mit dem Wissen verbundene Räume seiner Speicherung,...

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