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Reiseziel Italien

Moderne Konstruktionen kulturellen Wissens in Literatur – Sprache – Film

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Alessandra Lombardi, Lucia Mor and Nikola Roßbach

Wie sieht das Italienbild des 20. Jahrhunderts aus? Die Beiträge des interdisziplinären Bandes analysieren moderne Wissenskonstruktionen in Literatur, Sprache und Film und geben dem deutsch-italienischen Dialog neue Impulse. Drei Themenbereiche stehen dabei im Mittelpunkt: Zum einen bedeutet Italien in der literarischen Moderne – in Romanen, Gedichten, Reiseberichten, Briefen – zugleich Mythos und Mythosdestruktion. Welches «Wissen» wird transferiert oder erst generiert? Zum anderen modelliert die Tourismussprache Italien als Anderswelt. Die «fremde» Sprachkultur als Teil kultureller Identität zu analysieren ist eine zentrale Forschungsaufgabe. Und schließlich zeigen deutsche Filmkameras Italien als Sehnsuchtsort, aber auch als Land von Arbeitsmigration und Kriminalität. Typisieren sie Land und Menschen – oder unterlaufen sie das stereotype Italien-«Wissen» subversiv?
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Vorwort

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Der vorliegende Band enthält Forschungsbeiträge, die bei der internationalen Tagung Reiseziel Italien. Moderne Konstruktionen kulturellen Wissens in Literatur – Sprache – Film (Kassel 18.–20.09.2013) präsentiert wurden. Veranstalter der Tagung waren die Universität Kassel, Institut für Germanistik, und die Università Cattolica del Sacro Cuore di Milano/Brescia, Dipartimento di Scienze linguistiche e Letterature straniere.

Ziel des Bandes ist es, die Forschung zum deutschen Italienbild um neue, interdisziplinär geschärfte Blicke zu bereichern, und zwar aus literatur-, sprach- und filmwissenschaftlicher Perspektive. Die Zeitspanne, die ins Auge gefasst wird, erstreckt sich von der Schwelle des 20. Jahrhunderts bis in unsere Zeit. Die Beiträge entfalten ein facettenreiches und mehrschichtiges Panorama deutschsprachiger Konstruktionen kulturellen Italien-Wissens. Sie analysieren Wahrnehmungen und Imaginationen, positive wie negative Stereotypen und Klischees der jahrhundertelangen Tradition des Wissensbestandes über Italien in ihren jeweiligen diskursiven und medialen Kontexten.

Die literaturwissenschaftlichen Beiträge untersuchen literarische Wissenskonstruktionen in Unterhaltungstexten, Periodika, Briefwechseln, Zeitungsessays (‚Denkbildern‘) und Hörfunkmanuskripten. Neben die Italienwahrnehmung durch reisende ‚Banausen‘ in Texten Stindes und Bierbaums (CONSTANZE BAUM) tritt um die Jahrhundertwende das in klischeehaftgoethischer Tradition geformte Italienbild des am Gardasee veröffentlichten deutschsprachigen Fremdenblattes Der Bote vom Gardasee (LAURA BIGNOTTI). Vielschichtig und originell erscheinen die (auto)biografisch grundierten Italien-Blicke Sigmund Freuds und Walter Benjamins von der Jahrhundertwende bis in die 1920er Jahre (THOMAS BREMER); allgemein jedoch wurde seit eben jener Zeit, von 1922 bis 1943, die deutsche Vorstellung von Italien maßgeblich von den politischen Inszenierungen des Duce bestimmt (JÖRN M...

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