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Zur Notwendigkeit eines Vater-Kind-Erwachsenenstrafvollzuges

Eine kritische Betrachtung der §§ 80 Abs. 1, 142 StVollzG und der bestehenden Vollzugspraxis in Deutschland

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Jana Kudlacek

In Deutschland können straffällige Mütter ihre nicht-schulpflichtigen Kinder im Falle einer Inhaftierung unter bestimmten Umständen während ihres Gefängnisaufenthaltes bei sich behalten. Es hat sich gezeigt, dass diese Kinder seltener von Entwicklungsbeeinträchtigungen betroffen sind und bei der Verinnerlichung von sozialen Normen und Werten weniger Probleme haben, als Kinder, die durch Inhaftierung von ihren Müttern getrennt wurden. Darüber hinaus stellte sich heraus, dass Mütter, die ihre Kinder während der Haft bei sich hatten, seltener rückfällig wurden, als Mütter, die durch eine Inhaftierung von ihren Kindern getrennt wurden. Aufgrund dieser positiven kriminologischen Aspekte des Mutter-Kind-Vollzuges ist dieser ein fester Bestandteil des deutschen Strafvollzuges. Dennoch gibt es kein dementsprechendes Vollzugsmodell für Väter und ihre Kinder. Mit der Frage, ob dieser Zustand kriminologisch sinnvoll ist und juristischen Anforderungen gerecht wird, beschäftigt sich die Untersuchung.
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13. Kapitel: Electronic Monitoring als Übergangslösung und mögliche Alternative

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Bis in Deutschland die rechtlichen und tatsächlichen Strukturen für einen Vater-Kind-Vollzug geschaffen wurden, könnte daran gedacht werden, die Väter, die für einen Vater-Kind-Vollzug in Betracht kommen, nicht im Gefängnis unterzubringen, sondern mittels Electronic Monitorings zu überwachen. Der vermehrte Einsatz von Electronic Monitoring könnte dabei sogar eine mögliche Alternative zum Eltern-Kind-Vollzug im Allgemeinen darstellen.

In vielen Ländern, insbesondere in Großbritannien und den USA, aber auch in Schweden und Spanien, können Straftäter seit einiger Zeit mittels Electronic Monitoring sanktioniert werden. Dabei bezeichnet Electronic Monitoring die Freiheitsbeschränkung einer Person, die mittels elektronischer Überwachungstechnik kontrolliert wird, um so zu überwachen, dass die betroffene Person ihre Wohnung nicht oder nur zu bestimmten Zeiten verlässt.559 In Deutschland wird anstatt von Electronic Monitoring auch von der elektronischen Fußfessel gesprochen, da dieser Begriff dem Vorstellungsvermögen der Öffentlichkeit entgegenkommt.560 Allerdings erinnert der Begriff elektronische Fußfessel stark an die mittelalterliche Eisenkugel, die den Gefangenen am Bein befestigt wurde, um ihnen die Flucht zu erschweren. Aufgrund dessen erhält der Begriff elektronische Fußfessel einen negativen Beigeschmack, weswegen in der vorliegenden Arbeit der Begriff Electronic Monitoring gebraucht wird. In der deutschsprachigen Literatur findet sich häufig auch die Bezeichnung elektronisch überwachter „Hausarrest.“561 Allerdings scheint dieser Begriff zu ungenau, da unter Hausarrest allgemein das Verbot, ein Haus oder eine Wohnung zu verlassen, verstanden wird. Electronic Monitoring verlangt hingegen keinen dauernden Zwangsaufenthalt des Überwachten in seiner Wohnung, sondern diktiert ihm lediglich gewisse Zeiten,...

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