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Symbolarme Republik?

Das politische Zeremoniell der Weimarer Republik in den Staatsbesuchen zwischen 1920 und 1933

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Michael Meyer

Diese der Neuen Politikgeschichte verpflichtete Studie untersucht die Repräsentationspolitik der Weimarer Republik anhand der drei Staatsbesuche, die zwischen 1920 und 1933 stattfanden. Durch die umfangreiche Auswertung der einschlägigen deutschen und englischen Archivbestände, sowie die Einbeziehung der nationalen wie internationalen Pressereaktionen wird ihre große politische und gesellschaftliche Bedeutung deutlich. Der Mythos von der «symbolarmen Republik» erweist sich in der Analyse als haltlos, da eine das staatliche Selbstverständnis der Republik betonende Repräsentationspolitik erkennbar wird.
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1. Einleitung

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Symbole können grundsätzlich als Zeichen verbaler, visueller, gegenständlicher oder gestischer Art verstanden werden, die auf andere Objekte oder über sie hinausgehende Bedeutungen, Sinnzusammenhänge oder Werte verweisen oder sie selbst verkörpern.1 Auf eine staatliche Ordnung bezogen, waren und sind sie sichtbare Zeichen der Präsenz staatlicher Autorität und Verweise auf politische, gesellschaftliche oder kultureller Kontinuität bzw. Diskontinuität. In diesem Sinne sind Staatssymbole schließlich Stabilisatoren und Instrumente der Legitimation einer politischen Ordnung, auf die diese nicht verzichten kann.2

Doch wird der Weimarer Republik, jener ersten, konstitutionell fixierten deutschen Demokratie, gemeinhin konstatiert, dass sie es versäumt habe, sich gegenüber dem gestürzten monarchischen System ausreichend abzugrenzen und symbolisch neu zu definieren. So sei es auch nicht gelungen, das Verhältnis der deutschen Bevölkerung zur neuen Staatsform mit Hilfe symbolischer Politik zu festigen.3

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