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Die Jauerer Schlossbibliothek Ottos des Jüngeren von Nostitz

Teil 1 und Teil 2

Richard Sipek

Die Bibliothek Ottos des Jüngeren Freiherr von Nostitz, die heute in der Prager Nostitzbibliothek verwahrt wird, stellt mit ihren ungefähr 5.000 Bänden eine der bedeutendsten niederschlesischen Barockbibliotheken dar. Zugleich legt sie Zeugnis ab von der außergewöhnlichen Buchleidenschaft eines in den Rekatholisierungsprozessen seiner Zeit aktiven Adeligen. In der Jauerer Schlossbibliothek sind ältere adlige sowie bürgerliche Bibliotheken erhalten, die mithilfe der Provenienzforschung rekonstruiert werden konnten. Sie stellen die faszinierende Bibliothekslandschaft Schlesiens in Renaissance und Barockzeit dar.
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VI. Zusammenfassung

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VI.ZUSAMMENFASSUNG

Das vorliegende Buch versucht, einen Beitrag zur Erforschung der frühneuzeitlichen schlesischen Adelsbibliotheken sowie der Bibliotheksgeschichte im Allgemeinen zu leisten. Gleichzeitig stellt es auch das Ergebnis der Bemühungen dar, die bis jetzt lückenhafte Bearbeitung und Beschreibung der zwei letzten Prager Palastbibliotheken zu ergänzen.

Bis jetzt wurden, abgesehen von meinen Vorstudien, die im Rahmen der Vorbereitung dieser Dissertation erschienen, nur kurzgefasste und allgemeine Geschichtsdarstellungen der Jauerer Schlossbibliothek Ottos des Jüngeren von Nostitz sowie der Majoratsbibliothek der Grafen von Nostitz und Rieneck veröffentlicht. Das Leben Ottos des Jüngeren sowie die Geschichte der Jauerer Schlossbibliothek, die urkundlich verhältnismäßig gut belegt sind, bieten einen interessanten Einblick in die Biographie eines frühneuzeitlichen Adeligen, dessen Leben stark vom Dreißigjährigen Krieg beeinflusst wurde, der wie andere seiner Zeitgenossen den evangelischen Glauben für den katholischen aufgab, allerdings dann aber (anders als andere) für den Rest seines Lebens offenbar ein ehrlicher und eifriger Katholik geblieben ist. Ottos Bemerkungen in den evangelischen Büchern seiner Bibliothek belegen indirekt auch die innerliche Aussöhnung ihres Besitzers mit dem evangelischen Bekenntnis seiner Jugend. Die Einträge in seinem Tagebuch, das als ein Ausdruck seiner subjektiven Einstellungen betrachtet werden kann, belegen jedoch, dass sein Bekenntniswechsel innerlich und ehrlich war und solche Bemerkungen nicht einfach als nur berechnend oder pragmatisch abgetan werden können.

Prägend war in seinem Leben auch die Buchleidenschaft, deren deutlichste Äußerung gerade die Jauerer Schlossbibliothek war. Otto widmete...

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