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El Lunfardo

Kontaktvarietät der Migrationskultur am Río de la Plata und in der Welt des Tango

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Janka Wunderlich

Der Tango und der Lunfardo als sprachliche Varietät sind zwei eng miteinander verbundene Phänomene des dynamischen Sprachkontaktes und der Migrationskultur am Río de la Plata. Sprechen aber tangueros in Buenos Aires anders als porteños, die mit dem Tango noch nie in Berührung gekommen sind? Der Band geht nicht nur dieser Frage nach, sondern verbindet die diachrone Darstellung des Lunfardo von seiner Entstehung bis in die Gegenwart mit einer empirisch abgesicherten, variationslinguistischen Analyse dieser Kontaktvarietät in Buenos Aires, und dort vor allem im Bereich des Tango. Auf der Grundlage eigener Erhebungen am Río de la Plata deckt diese Studie die sprachlichen Wissensbestände und die Bedeutung des Lunfardo in der Welt des Tango auf.
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8. Schlussbetrachtung

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Zentrales Anliegen dieser vorliegenden Arbeit war die diachronische Analyse des Sprachkontaktphänomens Lunfardo mit seiner Bedeutung für das argentinische Volkstheater, die argentinische Rockmusik und den argentinischen Tango, verbunden mit einer empirisch variationslinguistischen Analyse dieser Kontaktvarietät in Buenos Aires im Bereich der dort entstandenen Migrationskultur im Umfeld des Tango. Voraussetzung für die Entstehung dieses sprachlichen Phänomens waren die massenhaften Immigrationswellen der Europäer Mitte des 19. bis Anfang des 20. Jahrhunderts nach Argentinien und Uruguay, die zu starken demografischen und sprachlichen Veränderungen und somit zu neuen sprachlichen Ergebnissen beitrugen. Besonders die italienische Immigration, die ab dem Jahr 1870 bis zum ersten Jahrzehnt des neuen Jahrhunderts eine wesentliche Rolle spielte, beeinflusste die Demografie dieser Länder und damit das dort gesprochene Spanische. Innerhalb des europäischen Immigrationsprozesses hatten die Italiener nach den Spaniern die größte Bedeutung. Im Vergleich der beiden Länder Argentinien und Uruguay war Argentinien mit seiner Hauptstadt Buenos Aires durch eine intensiv geförderte Immigrationspolitik der größere Anziehungspunkt für die europäischen Immigranten. In beiden Ländern waren die Immigranten maßgeblich an der kulturellen und sozialen Prägung der Gesellschaft beteiligt und hinterließen ihre Spuren in Architektur, Kunst, Musik und Sprache.

Doch zunächst wirkte sich in erster Linie die starke Einwanderung der Europäer und die Landflucht der Gauchos, die vom Lande vertrieben worden waren, wesentlich auf die demografischen und sozialen Bedingungen der Hauptstadt Buenos Aires aus. Das daraus resultierende, riesige Bevölkerungswachstum gipfelte...

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