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Kommunikative Routinen

Formen, Formeln, Forschungsbereiche- Festschrift zum 65. Geburtstag von Prof. Dr. Irma Hyvärinen

Edited By Leena Kolehmainen, Hartmut E. H. Lenk and Liisa Tiittula

Die Kreativität menschlichen Sprachgebrauchs spielt eine zentrale Rolle in verschiedenen Sprachtheorien. Ergebnisse der Phraseologie- und der Textforschung haben indes gezeigt, dass der alltägliche Sprachgebrauch durch ein hohes Maß an Konventionalität bis hin zur Stereotypie gekennzeichnet ist. Dieser Band vereint 16 Beiträge, die solchen kommunikativen Routinen in verschiedenen Zusammenhängen nachgehen. Untersucht werden Formeln in mittelalterlichen Testamenten ebenso wie Anreden im Drama und Kirchenliedern, die Funktion von Wiederholungen in literarischen Texten und deren Übersetzung, die Vermittlung und Aneignung kommunikativer Formeln im DaF-Unterricht und deren Gebrauch in Pressetexten, Notrufen, Kaufgesprächen sowie Routinen in Tagebüchern und Parlamentsreden.
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Lexikalische Wiederholungen im literarischen Text – eine exemplarische Analyse eines deutschen Ausgangstextes und seiner finnischen Übersetzung

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Liisa Tiittula

Abstract

Der Beitrag befasst sich mit Wiederholungen in gleicher oder etwas veränderter Form und analysiert sie anhand des Romans Tschick von Wolfgang Herrndorf und seiner finnischen Übersetzung. In diesem Werk kommen Wiederholungen auffällig frequent vor, was zur Frage nach ihren Funktionen und ihrer Bedeutung für die stilistische Gesamtwirkung führt. Die Analyse der Übersetzung fokussiert auf die Frage, inwieweit Wiederholungen wiedergegeben oder aber reduziert worden sind, wie eine Hypothese über allgemeine Übersetzungstendenzen annimmt.

Wiederholungen spielen im Roman bei der Herstellung der Illusion spontaner gesprochener Erzählung des jungen Protagonisten eine wichtige Rolle. Neben vielen strukturierenden, kohäsionsbildenden und interaktiven Funktionen tragen sie auch zur humorvollen Wirkung bei. Obwohl der Großteil der Wiederholungen in die Übersetzung übertragen worden ist, führt die Reduzierung zur Abschwächung des Humors und verschiebt den Stil einen Schritt in die standardsprachlichere Richtung.

1. Einleitung

Wiederholungen sind ein gewöhnliches Phänomen des Sprachgebrauchs, und ihre Formen und Funktionen sind vielfältig. Am einfachsten als solche erkennbar sind unmittelbar hintereinander vorkommende wortwörtliche Wiederholungen, aber auch kommunikative Routineformeln wie z.B. Grußformeln, d.h. „für bestimmte, oft wiederkehrende Kommunikationssituationen“ „fest konventionalisierte Routineausdrücke“ (Hyvärinen 2003: 336), können zu Wiederholungen gezählt werden. Sie sind Wiederverwendungen in einer analogen Situation, wie ebenfalls direkte Zitate (Brinkmann 1983). Dieser Beitrag fokussiert auf die auffälligen Formen der Wiederkehr, auf Wortwiederholungen in unmittelbarem Anschluss. Unter lexikalischen Wiederholungen wird in Anlehnung...

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