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Stephen King’s «It» in Translation

Die Übersetzungen von Tabuwörtern in der Umgangssprache der Kinder im Roman- Sieben Sprachen im Vergleich

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Britta Stöckmann

Du sollst nicht fluchen – ein alltäglicher, oft totgeschwiegener Bestandteil der Sprache ist ihr Tabuwortschatz. Anhand eines ausgewählten Bereichs von Stephen Kings Roman It und seinen Übersetzungen wird Einblick in die Gewohnheiten des Fluchens in sieben verschiedenen Sprachen genommen. Dabei stellt der im Roman fein ausdifferenzierte Gebrauch von Flüchen und Tabuwörtern Übersetzerinnen und Übersetzer vor die Herausforderung, die thematischen und stilistischen Schattierungen des Originals adäquat wiederzugeben. Kann es überhaupt gelingen, den Tabubruch aus der einen in eine andere Sprache zu übertragen, ohne dass seine Wirkung verloren geht? Wie diese Studie zeigt, weisen der Tabuwortschatz und sein Gebrauch in jeder Sprache ihre ganz speziellen Eigenarten auf.
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1. Einleitung

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Laut dem Malediktologen Reinhold Aman ist es so, dass „der Mensch flucht und schimpft, wenn er sich ärgert, wenn er frustriert ist“. Schimpfen sei dabei die dritte Stufe in einer Kausalkette: „Die erste Stufe ist Frustration, in der zweiten Stufe gerät man in einen Affektzustand, ist geistig, seelisch, körperlich aus dem Gleichgewicht. Man ist wie ein Dampfkessel, der explodiert, wenn der Dampf nicht abgelassen wird. Und die dritte Stufe, das Schimpfen, ist eines der Sicherheitsventile.“ (vgl. Müller 1996: o.S.)

In einem Roman aus der Kategorie „Horror“, in dem alptraumhafte Erlebnisse ein zentrales Element darstellen, welche die Protagonisten in jeder Hinsicht aus dem Gleichgewicht zu bringen drohen, und in dem neben der Angst auch die Frustration über die eigene scheinbare Ohnmacht eine nicht unbedeutende Rolle spielt, steht zu erwarten, dass die Sprache dieser Betroffenen sich nicht immer auf einem gehobenen Niveau befinden, sondern dass verbales Dampfablassen in Form von Kraftausdrücken, Flüchen und verbalen Angriffen einen gewissen Raum einnehmen wird. Dies gilt insbesondere, wenn es sich bei diesen Protagonisten um Kinder handelt, die eigentlich stets ihre eigene Sprache sprechen und auch in der Öffentlichkeit gewöhnlich kein anderes Sprachniveau vortäuschen, wie es etwa oft bei erwachsenen Vertretern der Mittel- und Oberschicht zu beobachten ist, die zwischen privatem und öffentlichem Sprachgebrauch unterscheiden. Tabus andererseits, die Kinder von ihren Eltern eingebläut bekommen haben, wirken sich auch auf ihre Ausdrucksweise im privaten Umgang mit Freunden aus. Ein Kind, das aus einem Elternhaus stammt, in dem der...

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