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Multimodale Kommunikation im Social Web

Forschungsansätze und Analysen zu Text–Bild-Relationen

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Christina Margrit Siever

Multimodalität ist ein typisches Merkmal der Kommunikation im Social Web. Der Fokus dieses Bandes liegt auf der Kommunikation in Foto-Communitys, insbesondere auf den beiden kommunikativen Praktiken des Social Taggings und des Verfassens von Notizen innerhalb von Bildern. Bei den Tags stehen semantische Text-Bild-Relationen im Vordergrund: Tags dienen der Wissensrepräsentation, eine adäquate Versprachlichung der Bilder ist folglich unabdingbar. Notizen-Bild-Relationen sind aus pragmatischer Perspektive von Interesse: Die Informationen eines Kommunikats werden komplementär auf Text und Bild verteilt, was sich in verschiedenen sprachlichen Phänomenen niederschlägt. Ein diachroner Vergleich mit der Postkartenkommunikation sowie ein Exkurs zur Kommunikation mit Emojis runden das Buch ab.
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2 Kommunikation in den digitalen Medien

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2   Kommunikation in den digitalen Medien

Neue Medien, Multimedia, Printmedien, Massenmedien, Speichermedien, Unterhaltungsmedien, Leitmedien, digitale Medien: Medien ist ein Ausdruck, der sehr häufig verwendet und unter dem ebenso oft Unterschiedliches verstanden wird.19 Gerade durch das Aufkommen der »modernen Medien«, wie Schmitz (2004d: 8) diejenigen Medien bezeichnet, die im 20. Jahrhundert erfunden wurden, konnte sich der Terminus Medium rasant ausbreiten.

In den verschiedenen Wissenschaftsdisziplinen existieren zahlreiche Medientheorien und -begriffe, die sich teilweise beträchtlich voneinander unterscheiden. Selbst in den einzelnen Fachgebieten wird unter Medien Verschiedenes verstanden. Zu Recht spricht Faulstich (2002: 19) von einem »Begriffswirrwarr und Metaphernsalat«. Darüber hinaus kann konstatiert werden, dass zuweilen in ein und derselben Arbeit der Terminus Medium zu wenig reflektiert und mit unterschiedlichen Begriffskonzepten verbunden wird: So werden beispielsweise in einer sprachwissenschaftlichen Monographie Text bzw. Sprache und Bild als »Medien zweier entgegen gesetzter [sic!] Zeichensysteme« (Große 2011: 14) betitelt; wenige Seiten weiter ist dann die Rede vom »audiovisuellen Medium Internet« sowie von den »dialogisch-interaktionalen Medien wie E-Mail, Newsgroups« (ebd.: 18).

Eine Ursache für die Vielfalt an Medienbegriffen sieht Stöckl (2010b: 3) in der Schwierigkeit, die verschiedenen Elemente in Kommunikationsprozessen und symbolischen Praktiken voneinander abzugrenzen: »Perzeptuelles, Materielles, Technisches, Semiotisches, Soziales und Kulturelles überkreuzen sich in der Kommunikation auf vielfache Weise und führen zu einer Verwobenheit der Praxis, der man begrifflich nur schwer gerecht werden kann.« Um eine gewisse Ordnung in die vielen unterschiedlich verwendeten Medienbegriffe zu bringen, wurden in der Forschung Klassifikationen erstellt; einige davon...

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