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Der Personengesellschafter als Gläubiger seiner Gesellschaft

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L. Graf Wolffskeel v. Reichenberg

Diese Arbeit behandelt unter eingehender Analyse von Rechtsprechung und Literatur umfassend die umstrittene Thematik der Mitgesellschafterhaftung für vermögensrechtliche Forderungen eines Personengesellschafters, der seiner Gesellschaft als Gläubiger gegenübertritt. Hinsichtlich der schwerpunktmäßig untersuchten Drittgläubigeransprüche plädiert der Verfasser dafür, Umfang und Ausgestaltung der Mitgesellschafterhaftung für Ansprüche, die der Drittgläubiger-Gesellschafter begründet hat, grundsätzlich aus der Sicherungsfunktion der Gesellschafterhaftung unter Vornahme einer wirtschaftlichen Betrachtung abzuleiten. Auch spricht er sich dafür aus, diese Konstellation dogmatisch sowie wertungsmäßig von derjenigen zu unterscheiden, in der eine bestehende Forderung auf einen der Außenhaftung unterworfenen Gesellschafter übergeht.
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4. Kapitel: Sozialverbindlichkeiten und Drittgläubigeransprüche bei der GbR und der KG

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Während sich die Ausführungen bisher großteils nur auf die OHG bezogen haben, sollen im Folgenden die GbR und die KG Beachtung finden, wobei das Hauptaugenmerk der Frage nach etwaigen Besonderheiten gelten soll.

Wie bereits zu Beginn der Arbeit dargestellt, unterliegt es heute keinen Zweifeln mehr, dass auch zwischen einer GbR und ihren Gesellschaftern Schuldverhältnisse möglich sind.997 Gegen die Annahme der Rechtsfähigkeit der GbR bestehen nicht nur in der Literatur, sondern auch in der Rechtsprechung seit dem BGH-Urteil aus dem Jahr 2001998 keine verbreiteten Einwände mehr.999 Die GbR stellt hiernach ein eigenes Rechtssubjekt dar, gegen das sich die Gläubigerforderungen richten.1000 Nach dem modernen Verständnis von der Gesamthand bedarf es hierfür eigentlich keiner analogen Anwendung des § 124 Abs.1 HGB.1001

Aus alldem ergibt sich, dass das Gesellschaftsvermögen auch bei der GbR allein der Gesellschaft zugeordnet ist.1002 Während eine Haftung der Gesellschafter früher überwiegend mit der sogenannten „Doppelverpflichtungslehre“ begründet wurde,1003 hat sich heute die sogenannte ← 225 | 226 → „Akzessorietätstheorie“ weitgehend durchgesetzt, welche die Haftung der Gesellschafter mit einer Analogie zu § 128 HGB begründet.1004 Auch bei der GbR können die Forderungen gegen die Gesellschaft von den Forderungen gegen die Gesellschafter analog § 128 HGB getrennt werden, die Gesellschafter haften für eine ihnen fremde Schuld.1005

Schuldner der vermögensrechtlichen Sozialverbindlichkeiten ist die GbR und § 128 HGB analog findet auf diese Verbindlichkeiten aus den zur OHG genannten Gründen keine Anwendung.1006

Selbstverst...

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