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Ungarndeutsche Literatur

Neue Perspektiven?

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Erika Regner

Die sogenannte ungarndeutsche Literatur ist ein schwer zu handhabendes Phänomen, da ihre Bedeutung – wie oft bei deutschsprachiger Literatur außerhalb des deutschen Sprachraums – weit über ihre rein literarische hinausgeht. Der Band wirft einen zeitgenössischen Blick auf diese Literatur und zeigt so die Ursachen und Gefahren der Diskrepanz auf. Die jüngste Generation ungarndeutscher Schriftsteller, die seit 2000 publiziert und bisher kaum literaturwissenschaftliche Beachtung fand, bildet den Ausgangspunkt: Ihr Schaffen wird gemeinsam mit dem ungarndeutschen Literaturbetrieb analysiert und theoretisch kontextualisiert. Dies gibt Aufschluss über die besondere Situation der deutschsprachigen Minderheit in Ungarn hinsichtlich Sprachgebrauch, Schulbildung und Identitätskonstruktion.
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3. Ungarndeutsche Infrastruktur

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3. Ungarndeutsche Infrastruktur

An dieser Stelle soll ein kurzer Überblick über die ungarndeutsche Infrastruktur gegeben beziehungsweise die wichtigsten Möglichkeiten aufgezählt werden, die sich den Ungarndeutschen bieten, um sich über minderheitenrelevante Themen zu informieren, untereinander zu vernetzten, weiterzubilden und ihre ungarndeutsche Identität zu artikulieren – sei es in Form von Gruppenaktivitäten (Chorgesang, Volkstanz, Blasmusikkapelle, o.ä.) oder auf individuellem, künstlerischem Weg jedoch als Teil einer ungarndeutschen Organisation im Hintergrund. Dies ist insofern wichtig, als es ein Bild zeichnet von der aktuellen Lebenssituation der Ungarndeutschen, Aufschluss gibt über den Grad ihrer Vernetzung und Organisiertheit und eine Einschätzung ermöglicht, inwiefern diese ungarndeutsche Infrastruktur das Überleben der Minderheit tatsächlich zu sichern imstande ist und den einzelnen Angehörigen der Minderheit die Möglichkeit zur öffentlichen Artikulation gibt. Auch stellt sich bei der näheren Betrachtung der einzelnen Organisationen die Frage, ob gerade die junge Generation von Ungarndeutschen sich mit diesen überhaupt identifizieren kann und ihnen ein Anreiz geboten wird, teilzuhaben an den Versuchen, die ungarndeutsche Identität zu bewahren beziehungsweise zu stärken.

Die Medien stellen die erste und wichtigste Informationsquelle der ungarndeutschen Minderheit dar. Da man nicht davon ausgehen kann, dass alle Angehörigen der Minderheit Zugang zu im Internet verfügbaren Inhalten haben, spielen die Printausgaben von Zeitungen und Zeitschriften sowie speziell für die Minderheit konzipierte Rundfunkprogramme eine übergeordnete Rolle im Kontext der Informationsbeschaffung und –veröffentlichung. Und doch ist die gegenwärtige Lage der deutschsprachigen Medienlandschaft in Ungarn als eher...

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