Show Less
Restricted access

Probleme der Librettoübersetzung

Am Beispiel von Mozarts Oper "Le nozze di Figaro</I>

Series:

Wiebke Langer

Probleme der Librettoübersetzung setzt den Fokus auf eine in der Forschung lange Zeit vernachlässigte Gattung, das Libretto. Auch die Librettoübersetzung nimmt wenig Raum ein in den Wissenschaften. Die Analyse dreier Übersetzungen ins Deutsche zu Mozarts Oper Le nozze di Figaro veranschaulicht die besondere Schwierigkeit dieser Übersetzungsart. Durch die enge Verzahnung des Librettos mit der Musik (Metrik, Reim, Rhythmus) muss der Übersetzer stets Kompromisse eingehen. Musik und Sprache haben einige Berührungspunkte, beide können etwa nach semiotischen und suprasegmentalen Aspekten untersucht werden. Die Arbeit ist an der Schnittstelle von Sprach-, Übersetzungs- und Musikwissenschaft zu verorten. Dank ihrer Funktion als nationale Kulturträger sind Opernübersetzungen auch heute noch von großer Bedeutung.
Show Summary Details
Restricted access

2 Das Libretto

Extract

| 14 →

2 Das Libretto

2.1 Spezifika der Gattung ‚Libretto‘

Wie schon in der Einleitung angedeutet wurde, handelt es sich beim Libretto um eine Gattung, die sich schwer in irgendwelche Formschemata pressen lässt. Es ist einerseits der Dichtung, andererseits der Musik verpflichtet. Bildlich gesprochen sitzt es „zwischen zwei Stühlen“ (Prinzbach 2003: 10). Da Wort und Ton eine Einheit bilden im Musikdrama, kann das Libretto auch als eine „zwitterhafte Kunstform“ (Achberger 1980: 11) bezeichnet werden. Abert definiert das Libretto als „ein[en] zur Komposition bestimmte[n] Text, dessen Inhalte und Form entscheidend ← 14 | 15 → durch die Rücksicht auf diese Bestimmung geprägt werden.“7 Diese Definition berücksichtigt jedoch nicht die moderne Form der Literaturoper und Wagners Musikdrama. Gier schlussfolgert daraus: „Ein Schauspieltext taugt offenbar nur dann zur Vertonung, wenn er von vornherein librettoähnliche Merkmale aufweist“ (Gier 1988: 6). Entscheidend ist also letztlich nur, ob ein Text vertonbar ist, nicht ob er explizit für eine Oper geschrieben worden ist.

Besonders geeignet für die musikalische Adaptierung sind Werke, die „von einer immanenten musikalischen oder opernhaften Struktur bestimmt werden“ (Achberger 1980: 17). Beispiele dafür sind unter anderem der von Massenet vertonte Werther oder Verdis Othello.

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.