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Zum Ausdruck von Intentionen in deutschen und polnischen Geschäftsbriefen aus kontrastiver Sicht

Eine textlinguistische Untersuchung

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Iwona Szwed

Wirtschaftlicher Erfolg hängt nicht zuletzt von der Fähigkeit ab, den Geschäftspartner zu überzeugen und zu einer erwünschten Handlung zu animieren. Die Autorin analysiert deutsche und polnische Geschäftsbriefe im Hinblick auf den Ausdruck von Intentionen der Verfasser. Eine breite Palette unterschiedlicher Originalbriefe wird textsortenlinguistisch beschrieben und mit Methoden der Illokutionsstrukturanalyse empirisch vergleichend untersucht. Die Ergebnisse werden im Lichte aktueller textanalytischer Ansätze diskutiert. Zudem werden sprachliche Mechanismen des Argumentierens und Motivierens des Partners in der polnischen und deutschen Geschäftspraxis aufgezeigt und miteinander kontrastiert. Daraus ergeben sich relevante Einsichten für die interkulturelle Unternehmenskommunikation.
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1 Sprachhandlungskonzept als begrifflicher Rahmen der Untersuchung

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Für den Zweck der dieser Dissertation zugrunde liegenden Analyse von Intentionsausdruck in Geschäftsbriefen ist die allgemein anerkannte, aber lange Zeit unterschätzte These, dass man mit Sprache und durch Sprache handelt, von entscheidender Bedeutung.

„Handlungen sind Aktivitäten, mit denen ein Aktor in einer gegebenen Situation die Absicht verfolgt, einen bestimmten Zielzustand herbeizuführen“ – so lautet die einfachste Definition einer Handlung nach Motsch (2000: 414). Da ich mich in der vorliegenden Arbeit mit dem sprachlichen Ausdruck von Intentionen in Geschäftsbriefen befasse, also mit einem durchaus zweckrationalen Handeln, scheint es in diesem Zusammenhang angebracht, sich zuerst dem Begriff der Handlung selbst zuzuwenden.

Grundlegend ist dabei die Abgrenzung des Begriffs „Handlung“ von dem Oberbegriff „menschliches Verhalten“. Ohne auf eine genauere Erörterung der Verhaltensforschung8 eingehen zu können, will ich an dieser Stelle nur andeuten, dass dieses Verhalten unbewusst/ungerichtet (wie etwa Husten oder Niesen) oder aber bewusst/gerichtet sein kann, was an einem von Heinemann/Heinemann (2002: 3) vorgeschlagenen Schema des begrifflichen Umfelds der sprachlichen Kommunikation deutlich veranschaulicht wird. Diesem Schema folgend lässt sich das Handeln als bewusstes, zielgerichtetes, aktives Verhalten definieren. Da der Mensch ein soziales Individuum ist, ist das menschliche Handeln meistens auf einen (Interaktions-)Partner bezogen9, wodurch eine soziale Interaktion geschaffen wird.

Als Begründer der Verstehenden Soziologie, die den sozial handelnden und die Handlungen anderer deutenden Menschen in den Mittelpunkt des Interesses gerückt hat, gilt Max Weber, einer der bedeutendsten deutschen Soziologen und zugleich Politologen. Weber hat durch die...

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