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Zum Ausdruck von Intentionen in deutschen und polnischen Geschäftsbriefen aus kontrastiver Sicht

Eine textlinguistische Untersuchung

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Iwona Szwed

Wirtschaftlicher Erfolg hängt nicht zuletzt von der Fähigkeit ab, den Geschäftspartner zu überzeugen und zu einer erwünschten Handlung zu animieren. Die Autorin analysiert deutsche und polnische Geschäftsbriefe im Hinblick auf den Ausdruck von Intentionen der Verfasser. Eine breite Palette unterschiedlicher Originalbriefe wird textsortenlinguistisch beschrieben und mit Methoden der Illokutionsstrukturanalyse empirisch vergleichend untersucht. Die Ergebnisse werden im Lichte aktueller textanalytischer Ansätze diskutiert. Zudem werden sprachliche Mechanismen des Argumentierens und Motivierens des Partners in der polnischen und deutschen Geschäftspraxis aufgezeigt und miteinander kontrastiert. Daraus ergeben sich relevante Einsichten für die interkulturelle Unternehmenskommunikation.
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5 Analyse ausgewählter polnischer und deutscher Geschäftsbriefe

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Als methodologischer Ausgangspunkt für die vorliegende Analyse des Ausdrucks von Intentionen in Geschäftsbriefen dient das von Rosengren und der sog. Lunder Gruppe entwickelte Modell der Analyse von Illokutionsstrukturen zur Aufdeckung der Senderstrategie (vgl. Rosengren 1983: 158ff.). Es ist ein Stufenmodell, dessen Grundannahme ist, dass eine sprachliche Äußerung fünf Stufen durchlaufen muss, um erfolgreich zu sein.

Rosengren versucht die Frage zu klären, warum der Sender in der gegebenen Situation gerade diese und keine andere Sprachhandlung vollzieht. Dabei wird die abgesonderte Analyse von einzelnen Sprachhandlungen abgelehnt. Im Gegenteil, hier werden die Sprachhandlungen, aus denen ein Text besteht, als Teile eines Ganzen betrachtet und vor dem Hintergrund dieser Ganzheit erklärt. Der Text wird als eine kommunikativ strukturierte Einheit gesehen, die Ergebnis der strategischen Überlegungen des Senders ist. Auch die Struktur von Geschäftsbriefen lässt sich meistens aus den Überlegungen des Senders hinsichtlich der Erreichbarkeit seines Ziels erklären.

Gleichzeitig ist von einer hierarchischen Strukturierung der Illokutionen auszugehen. Das bedeutet, dass zwischen den einzelnen illokutiven Handlungen mannigfaltige Unter- und Überordnungsbeziehungen bestehen. Eine Illokution dominiert eine oder mehr subsidiäre Illokutionen, dabei kann aber jede subsidiäre Illokution ihrerseits auch andere Illokutionen dominieren, die damit die Funktion subsidiärer Illokutionen einnehmen (vgl. Brandt/ Koch/ Motsch/ Rosengren/ Viehweger 1983: 112). Das Kriterium für die Segmentierung des Textes in einzelne Illokutionen ist der Wechsel der Sprecherabsicht (vgl. Diegritz/ Fürst 1999: 23).

Zu einer eingehenden Darstellung der Grundlagen der illokutiven Strukturierung der Texte...

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