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Blattdolmetschen in paradigmatischer Perspektive der anthropozentrischen Translatorik

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Jerzy Zmudzki

Der Autor identifiziert das Blattdolmetschen als eine autonome Translationsart, die er typologisch zuordnet. Seine Untersuchungen vollziehen sich im Paradigma der anthropozentrischen Translatorik von F. Grucza und S. Grucza. Sie stützen sich auf originelles Textmaterial, also auf Aufzeichnungen von authentischen Verdolmetschungen. Hierbei wird die Methode der Autodeskription von mentalen Prozessen während des Blattdolmetschens und der Sprechsynthesizer angewandt. Jerzy Żmudzki kommt zu einer konträren Differenzierung des Blattdolmetschens gegenüber den bisherigen Zuordnungen und Definitionen u. a. als (Stegreif-)Übersetzen. Einer wesenhaften Kennzeichnung werden im Buch auch das Controllingsystem und seine Funktionsweise im Blattdolmetschprozess unterzogen.
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8. Grundlagen des empirischen Forschungsdesigns

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Sowohl für die nachfolgende prinzipielle Interpretation des gesamten Blattdolmetschvorgangs (auch im Sinne seiner typologischen Zuordnung) als auch im Falle der Kennzeichnung seiner grundlegenden Prozesskomponenten galten entsprechend angelegte empirische Untersuchungen als fundamentale Basis der nachfolgenden deskriptiven Modellierungen des BD. Die unten dargestellte Methode gilt als eine Verfeinerung bzw. Veredelung der bisher auch in den translatorischen Untersuchungen oft praktizierten Methode des Lauten Denkens. Im Folgenden wird absichtlich auf die Darstellung der Entstehungsgeschichte, der Anwendung und der applikativen Evaluation dieser Methode verzichtet, zumal sie sehr ausführlich in S. Kalina (1998: 127-215) und J. Żmudzki (1998: 180-184) präsentiert und kommentiert wurde. Für die aktuellen Belange dieses Forschungsprojekts geht es um die Erhebung der grundlegenden Prozessdaten im Rahmen des Blattdolmetschens als Untersuchungsgegenstand, um die Charakterisierung seiner Vollzugsdynamik, seiner Prozessarten bzw. Transfermodi in jeweils konkreter Translationssituation. Die besagte Erhebung basiert generell auf der Methode der retrospektiven Autodeskription von mentalen Operationen beim Blattdolmetschen und ergibt im Endeffekt eine spezifische Art von Retrospektiven Dolmetschprotokollen (vgl. S. Kalina ebenda: 151), die ich im weiteren Textverlauf mit nach meinem Dafürhalten größerer Präzision als Retrospektive Dolmetscherprotokolle benutzen werde, weil es gerade die Dolmetscher sind, die diese Protokolle und Kommentare anfertigen. Die klassische Methode des Lauten Denkens impliziert bereits in der semantischen Motivation ihrer Bezeichnung die Existenz einer metaphorisch verschleierten Repräsentation der Realität, und zwar geht es prinzipiell darum, dass das menschliche Denken aus rein ontologischen Restriktionen auf keinen Fall einer akustischen (lauten bzw. lautlichen) Materialisierung (sprich: Realisierung) unterzogen werden kann....

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