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Die narrative Anamnese im Rahmen einer biographischen Diagnostik im pflegerischen Setting der kardiologischen Rehabilitation

Eine konzeptuelle Entwicklung

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Miriam Tariba Richter

In der stationären kardiologischen Rehabilitation steht kein geeignetes diagnostisches Instrument zur Verfügung, um individuelle und psychosoziale Probleme und Ressourcen der Rehabilitand_innen einzuschätzen. Dadurch werden bestehende individuelle, soziale, geschlechts- und altersspezifische Anforderungen häufig verkannt und angestrebte Rehabilitationsziele können nur eingeschränkt erreicht werden. Durch die Entwicklung einer narrativen Pflegeanamnese und biographischen Pflegediagnostik können im Gegensatz zur herkömmlichen Diagnostik subjektive und kontextspezifische Bedeutungsstrukturen erhoben und vielfältige Verstehensprozesse gefördert werden. Damit gelingt es, wichtige Rehabilitationsziele an die subjektiven Anforderungen der Rehabilitand_innen anzupassen sowie deren Partizipation zu fördern.
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I. Problemdarstellung

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I.Problemdarstellung

„Daß der Mensch überhaupt erkennt, steht nicht in seinem Belieben. … Welcher dieser Erkenntnisse wir aber unsere Aufmerksamkeit besonders zuwenden, was wir zum Gegenstand unserer Frage oder gar Wissenschaft machen, das liegt auch an unserer Entscheidung.“ (Keller 1990, 60 zitiert in Schrems 2003, 13)

In der Einleitung wurde auf die Problematik einer unzureichenden Erhebung von pflegerischen Problemen und Ressourcen für die Pflegediagnostik hingewiesen. Vor allem aufgrund einer reduktionistischen Anwendung der Anamnese im Pflegeprozess können individuelle und psychosoziale pflegerische Probleme und Ressourcen nur eingeschränkt erhoben, ausgewertet und bei der Planung einer nutzer_innenorientierten Gesundheits- bzw. Pflegeversorgung berücksichtigt werden. Angesichts der spezifischen Anforderungen (s. Kapitel I.2.1.4.3., I.2.1.9., I.2.2.8.) wirkt sich dies insbesondere im Setting der stationären kardiologischen Rehabilitation aus. Da in der pflegerischen Anamnese und Diagnostik dieses Settings bisher überwiegend funktionale und biomedizinische Parameter erfasst werden, bleiben sowohl individuelle als auch psychosoziale Faktoren für die pflegerische Planung der Rehabilitation ausgeblendet und die Ziele der rehabilitativen Versorgung können nur bedingt erreicht werden.

Die Probleme in der Planung des pflegerischen Unterstützungsbedarfs in der Pflege sollen in dem Hauptkapitel I. dargestellt werden. Kapitel I.1. befasst sich mit dem Pflegeprozess und insbesondere der pflegerischen Anamnese und Diagnostik. Das pflegerische Setting der stationären kardiologischen Rehabilitation wird im Kapitel I.2. vorgestellt. Mit der Problemdarstellung soll die Relevanz der Entwicklung des Konzepts einer narrativen Anamnese und biographischen Diagnostik begründet werden. ← 23 | 24 →

 

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