Show Less
Restricted access

Studien zur gesanglichen Stimmgebung in der traditionellen Musik Koreas: «pômp’ae»

Series:

Eun-Yeong Yang

Diese Arbeit ist die erste deutschsprachige Monographie zur buddhistischen Ritualmusik Koreas. Das engere Ziel der Studie besteht in der Analyse der Stimmgebung im Ritualgesang pômp’ae mit Hilfe schallanalytischer Techniken, die nach der Methode der Wiener Schule der Vergleichend-Systematischen Musikwissenschaft entwickelt wurden. Die Autorin, die selbst Unterricht im Ritualgesang genommen hat, stellt ihre Untersuchungen in das Gesamtkonzept der buddhistischen Ritualmusik Koreas. Den Rahmen der Arbeit bildet die detaillierte Darstellung der geschichtlichen Entwicklung von Ritualmusik und Ritualtanz, der Praxis der buddhistischen Rituale und des Stellenwertes der Ritualmusik in der koreanischen Musik.
Show Summary Details
Restricted access

1 Einleitung

Extract

1EINLEITUNG

Korea kennt eine Vielzahl an Religionen, von frühen schamanistischen Kulten bis zu Hochreligionen, die von der Zeit ihrer Einführung bis heute das Leben der Bevölkerung bestimmten – in je nach Epoche unterschiedlichem Ausmaß, z. T. einander bekämpfend und gegenseitig beeinflussend. Der Buddhismus, Staatsreligion der Drei Königreiche (27 v. Chr.-668 n. Chr.) und der Koryô-Zeit (935–1392), in der Yi-Periode (1392–1910) gegenüber dem Konfuzianismus zurücktretend, assimilierte einheimische schamanistische Kulte und bestimmte – obwohl anfangs von der gesellschaftlichen Oberschicht getragen – letzten Endes maßgeblich das tägliche Leben und die Kultur der gesamten Bevölkerung Koreas. Der Buddhismus tritt heute in Konkurrenz zum Christentum, das sich im privaten und öffentlichen Leben der Koreaner verankert hat. Musik und Tanz spielten im koreanischen Buddhismus von Anfang an eine wichtige Rolle und wurden in ihm zu höchster künstlerischer Reife entwickelt. Musik und Tanz sind wesentliche Bestandteile buddhistischer Rituale, wobei dem Gesang, „indem er den menschlichen Atemstrom, die ureigenste Essenz des Lebens, in ein akustisches Phänomen umsetzt, das sich dann selbst verzehrt, zugleich aber als Brücke ins Transzendente der Meditation einen Weg bereitet“ (Günther 1985: 167), eine besondere Bedeutung zukommt. Heute ist allerdings bereits eine große Anzahl an Ritualgesängen verloren gegangen und weitere drohen immer mehr in Vergessenheit zu geraten. Grund dafür ist weniger das Fehlen einer geeigneten Notation, als vielmehr die geringe Anzahl der authentischen Ritualaufführungen sowie die verminderte Förderung des Rituals in der Gegenwart....

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.