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Studien zur gesanglichen Stimmgebung in der traditionellen Musik Koreas: «pômp’ae»

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Eun-Yeong Yang

Diese Arbeit ist die erste deutschsprachige Monographie zur buddhistischen Ritualmusik Koreas. Das engere Ziel der Studie besteht in der Analyse der Stimmgebung im Ritualgesang pômp’ae mit Hilfe schallanalytischer Techniken, die nach der Methode der Wiener Schule der Vergleichend-Systematischen Musikwissenschaft entwickelt wurden. Die Autorin, die selbst Unterricht im Ritualgesang genommen hat, stellt ihre Untersuchungen in das Gesamtkonzept der buddhistischen Ritualmusik Koreas. Den Rahmen der Arbeit bildet die detaillierte Darstellung der geschichtlichen Entwicklung von Ritualmusik und Ritualtanz, der Praxis der buddhistischen Rituale und des Stellenwertes der Ritualmusik in der koreanischen Musik.
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6. Analyse der gesanglichen Stimmgebung

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6ANALYSE DER GESANGLICHEN STIMMGEBUNG

Wie in der Einleitung bereits erörtert wurde, ist die gesangliche Stimmgebung (Stimmfarbe, Tonhöhenschattierung, Nuancen der Tongebung und der Dynamik) von besonderer Bedeutung im buddhistischen Ritualgesang. Aus diesem Grund werden in diesem Kapitel die für die Stimmfarbe verantwortlichen Faktoren (Stimmeinsatz, Tonschluss, quasistationäre Klanganteile etc.; Tenney 1965; Wirth 1995: 106–108) sowie die anderen signifikanten Merkmale des buddhistischen Ritualgesangs (Vokalveränderung, Stimmregisterwechsel etc.) mit Hilfe der spektrographischen Methode untersucht. Der Vergleich der einzelnen Ausführungen des hossori-Gesangs Halhyang durch drei verschiedene Sänger sowie die Charakterisierung der beiden Gesangsstile hossori und chissori wird mittels Gegenüberstellung signifikanter Stellen demonstriert.

Wie früher im Kapitel 4 erwähnt, sind unter pômp'ae-Sängern drei unterschiedliche Stimmqualitäten bekannt: chabi-sông (barmherzige Stimme) für den hossori-Gesangsstil, pant'ak-sông (halbtrübe Stimme) für den chissori-Gesangsstil und t'ak-sông (trübe Stimme). Chabi-sông ist wohlklingend, klar und weicher als pant'ak-sông und spiegelt die Barmherzigkeit Buddhas wider. Pant'ak-sông ist dunkler, stärker und würdevoller als chabi-sông, während t'ak-sông rau ist und daher als für pômp'ae ungeeignet angesehen wird. Chabi-sông und pant'ak-sông werden in den pômp'ae-Gesängen am häufigsten verwendet. Für sie ist der Einsatz von Brust- und Mittelstimme charakteristisch. Obwohl die Falsettstimme in den Ornamenten des chissori-Gesangs öfter vorkommt und in anderen Gesangsgattungen wie kasa, sijo und kagok als se-sông (dünne Stimme), sok-ch'ông (innere Stimme) oder...

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