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Max Brods Frauenbilder

Im Kontext der Feminitätsdiskurse einiger anderer Prager deutscher Schriftsteller

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Agata Mirecka

Ein Blick auf die Forschungslage zeigt, dass Max Brod zur Gruppe von relativ unbekannten Schriftstellern gehört. Die Gründe dafür liegen in seinem Schattendasein neben Franz Kafka. Der Nachlass Max Brods befindet sich verstreut in verschiedenen Archiven, vor allem in Israel, Deutschland und Österreich. Sekundärliteratur, die aber vorrangig die Frauenfiguren und das Weibliche bei Max Brod darstellt, gibt es kaum. Diese Monographie setzt sich die Interpretation der Frauengestalten zum Ziel, wobei sie sich auf einige ausgewählte Romane und Erzählungen bezieht. Des Weiteren wird versucht, Brods Konzeption der Weiblichkeit ähnlichen Entwürfen anderer Prager deutschen Autoren wie Franz Kafka, Franz Werfel, Oskar Baum und Ludwig Winder gegenüberzustellen. Die Autorin präsentiert die Brodsche Sichtweise hinsichtlich des Weiblichen in der gesellschaftlich stürmischen Zeit von den Anfängen des 20. Jahrhunderts bis zum Tode des Autors.
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4. Frauenbilder und Feminität

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„Feminität“, deren Sinn und Thematisierung gehören zu den stets aktuellen Themen des menschlichen Daseins. Bevor nun auf Brods spezifische Benutzung dieses Begriffes und seiner Eigenschaften eingegangen wird, sollen vorweg einige für das Wort „Feminität“ signifikante Besonderheiten angesprochen werden. Unter dem Begriff „Feminität“ wird im Allgemeinen „das Femininsein, feminine Art“73 verstanden. Das Synonymwörterbuch von Duden nennt auch ein paar bedeutungsähnliche Adjektive zum Wort „feminin“, wie zum Beispiel: frauenhaft, fraulich, weiblich oder verweiblicht. Man vermutet zu Recht, dass das Wort „Feministin“ vom Adjektiv „feminin“ abstammt. Eine Feministin ist mit anderen Worten eine emanzipierte Frau, Frauenkämpferin, Frauenrechtlerin oder auch, abwertend und umgangssprachlich, eine Emanze. Interessant ist, dass man von dem Wort „Feminität“ über Umwege zu „Feministin“ bzw. „Frauenrechtlerin“ gelangt. Eine Frau, die zugleich Frauenrechtlerin ist, kämpft, wie auch der Name schon sagt, für die Rechte der Frauen. Hat man aber das Wort `Männerrechtler` irgendwann oder irgendwo bereits einmal gehört?74 Müssen Männer nicht für ihre Rechte kämpfen? Diese Fragen sind schwer zu beantworten. Es fällt aber sofort auf, dass Frauen versuchen, sich auf diese Art und Weise von Männern zu unterscheiden, manchmal auch abzugrenzen oder sich eine eigene Identität zu schaffen. Anke Westermayer spricht in ihrer Arbeit von dem besonderen „Ausgrenzungsmechanismus […], der die Frauen als die Anderen definiert und ihnen ← 39 | 40 → einen Platz am Rande der Gesellschaft zuweist.“75 Elisabeth List versucht in ihrem Aufsatz zur Psychogenese von Fremdenfeindlichkeit,...

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