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Max Brods Frauenbilder

Im Kontext der Feminitätsdiskurse einiger anderer Prager deutscher Schriftsteller

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Agata Mirecka

Ein Blick auf die Forschungslage zeigt, dass Max Brod zur Gruppe von relativ unbekannten Schriftstellern gehört. Die Gründe dafür liegen in seinem Schattendasein neben Franz Kafka. Der Nachlass Max Brods befindet sich verstreut in verschiedenen Archiven, vor allem in Israel, Deutschland und Österreich. Sekundärliteratur, die aber vorrangig die Frauenfiguren und das Weibliche bei Max Brod darstellt, gibt es kaum. Diese Monographie setzt sich die Interpretation der Frauengestalten zum Ziel, wobei sie sich auf einige ausgewählte Romane und Erzählungen bezieht. Des Weiteren wird versucht, Brods Konzeption der Weiblichkeit ähnlichen Entwürfen anderer Prager deutschen Autoren wie Franz Kafka, Franz Werfel, Oskar Baum und Ludwig Winder gegenüberzustellen. Die Autorin präsentiert die Brodsche Sichtweise hinsichtlich des Weiblichen in der gesellschaftlich stürmischen Zeit von den Anfängen des 20. Jahrhunderts bis zum Tode des Autors.
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7. Weiblichkeitsentwürfe in ausgewählten Werken anderer Autoren des engeren Prager Kreises im Vergleich zu den Frauenbildern bei Max Brod

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Max Brods bester Freund in seiner Prager Zeit ist Franz Kafka. Davon zeugen ihre umfangreiche Korrespondenz, Notizen in Kafkas Tagebüchern und nach dessen Tod Brods Bemühungen um die Veröffentlichung von Kafkas Nachlass. Obwohl sie eine enge Freundschaft verbindet, ist ihr privater Werdegang verhältnismäßig unterschiedlich.

Während Max Brod sich 1913 zu einer Ehe mit Elsa Taussig (1883-1942) entschließt, bleibt Franz Kafka trotz drei Verlobungen sein Leben lang Junggeselle. Sein Junggesellendasein lässt sich durch das Verhältnis zu seinen Eltern, vor allem zu seinem Vater, und dann durch seine schwierigen Beziehungen zu Frauen erklären. Über sein Leben und besonders über sein Verhältnis zum Vater berichtet Kafka explizit in Brief an den Vater, den er 1919314 als erwachsener Mann schreibt, seinem Vater aber nie zeigt. In diesem Brief wird die Position des dominanten, tyrannisierenden Vaters hervorgehoben und die Stellung des unterworfenen Kindes veranschaulicht. Für den Sohn besteht die Welt in seinen jungen Jahren aus drei Teilen: erstens die Welt, in der er quasi als Sklave lebt, unter dem Gesetz seines Vaters, welches nur für ihn gilt. Zweitens gibt es die vom Sohn entfernte Welt, in der sein Vater lebt. Dort beschäftigt der Vater sich mit der Leitung seiner Familie und des Geschäftes. Dann gibt es auch noch eine dritte Welt, in der alle anderen Menschen leben. Die Einstellung des Vaters zum Sohn spiegelt sich in gesamtem Leben wider.

Franz Kafka überlegt in diesem...

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