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Gesammelte Werke

Schriften zur philosophischen Pädagogik Teil 1- Bildung – Begeisterung – Freiheit

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Tomasz Stepien

Im Gesamtwerk von Anton Hilckman nimmt die Konzeption der Sinnphilosophie mit der Frage nach dem Sinn von Freiheit, Bildung, Politik, Technik und Geschichte eine besondere Stelle ein. Im Mittelpunkt steht die Konzeption des Menschen als eines für die Freiheit begeisterten Wesens. Freiheit bedeutet aber auch moralische Verpflichtung, womit Hilckman auf die Bedeutung von Bildung bei der Verwirklichung des menschlichen Wesens – der Humanitas – verweist. Seine Sinnphilosophie erscheint als ein Manifest für Freiheit und Würde des Menschen. Zum Teil als Erstveröffentlichungen schließen die in diesem Band erstmalig zusammengestellten sinnphilosophischen Arbeiten Anton Hilckmans eine Forschungslücke in der Philosophie und den Geisteswissenschaften des 20. Jahrhunderts.
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Vom Sinn des Politischen

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Das Politische steht heute im Mittelpunkt des Interesses; und das in einem Sinne, der gegenüber dem, was in den ominösen „zwölf Jahren“ politisch genannt wurde, positiv zu werten ist. Eben darum tut eine Klärung dieses Begriffes ganz besonders not, um sowohl einer Verengung wie auch einer unzulässigen Erweiterung dieses Begriffes vorzubeugen.

Die Sinnverfälschung des Politischen in den zwölf Jahren bestand ja gerade darin, dass man als politisch nur den Willen einer Gruppe, der tyrannisch herrschenden Partei, der einzig noch zugelassenen Partei, gelten ließ. Alles andere war von vornherein diffamiert und aus dem Bereich des Politischen hinausgewiesen. Wenn es auch heute keine Einheitspartei – schon das Wort ist eine Missgeburt, denn die Partei (vom lateinischen pars = der Teil) ist ja nur ein Teil des Ganzen, kann also nicht zugleich die Gesamtheit vertreten – mehr gibt, so muss doch vor der entgegengesetzten Verengung und Vereinseitigung des Politischen gewarnt werden. Das Wort „Politik“ kommt, wie jeder weiß, vom griechischen polis; polis ist die Stadt, die Gemeinde, der Stadtstaat im alt-griechischen Sinne, die Gesamtheit. Das Politische ist also das, was es mit der Gesamtheit, nicht nur mit einem Ausschnitt aus derselben zu tun hat; der Politiker ist der – und im eigentlichen Sinne nur der – welcher dem Ganzen dient. Der Politiker ist der Mensch, der die Privatinteressen, Teilinteressen, Gruppeninteressen, Klasseninteressen dem Interesse der Gesamtheit unterzuordnen weiß, der dem Gemeinwohl dient. Freilich haben auch der Einzelne, der Stand, die Gruppe, die Klasse ihre Interessen; doch haben sich...

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